Expertenhilfe - Frage

Frage von einem Nutzer

Gefragt am 13.12.2017 um 09:42 Uhr

Versicherungshöhe angemessen?

Ein Angebot für den Neuabschluss einer Wohngebäudeversicherung enthält den 1914 Wert von 30.900 Mark. Ist dies ausreichend für einen Marktwert der Immobilie von 950.000 Euro ( Baujahr 2017)? Der Versicherungsmakler ist der Meinung, dass selbst bei einem Brsnd nie das ganze Gebäude vernichtet wird und so die Versicherungssumme ausreichend ist.

FinanceScout24 Experte  Joachim Beeg

Expertenantwort

von Joachim Beeg

4.50

Beantwortet am 13.12.2017

also ein Gebäude kann natürlich durch einen Brand so beschädigt warden, dass es abgerissen warden muss.
Aber der Marktwert ist ja nicht entscheidend, sondern die Herstellungskosten. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie Ihr Haus zum Neuwert/Herstellungskosten inkl. Preissteigerungen und Behördlicher Auflagen versichern. Abrisskosten, Hotelunterbringung und Darlehenszinsen sollten ebenfalls abgesichert sein.
mfG
J. Beeg

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FinanceScout24 Experte  Uwe Hartmann Fachwirt der Finanzberatung + Immobilien-Finanzierungs-Spezialist ( FH )

Expertenantwort

von Uwe Hartmann Fachwirt der Finanzberatung + Immobilien-Finanzierungs-Spezialist ( FH )

5.00

Beantwortet am 13.12.2017

Die Aussage von ihrem Versicherungs-Makler ist sehr mutig bzw. Leichtsinnig, da man als Makler mit solchen Beratungsansätzen schließlich in der Haftung ist.
Die Formel für die Berechnung des Versicherungswertes lautet wie folgt:
Berechnung:
Wert 1914 x Baupreisindex in % des aktuellen Jahres ./. 100
Wert 1914 = 30.9000 Mark x 1.358,30% ./. 100 = 419.714,70 €
Bei Baukosten von 950.000,00 € wären sie damit stark unterversichert.
Wir können ihnen als Finanz-u. Versicherungs-Makler in ihrer Angelegenheit gerne behilflich sein.

mfG
Uwe Hartmann

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FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 13.12.2017

"Last but not least!" Beise Kollegen haben REcht!

Als Versicherungsmaklerin frage ich mich aber erst einmal, wie der Unterschied zustande kommt. Wenn Ihr Haus 950.000 € in der Herstellung/ Bau kostet, kann es ja kein 08/15 Bau sein. Vermutlich ist die Wohnfläche etwas größer als üblich und auch die Ausstattung besonders hochwertig.
Also noch lange kein Schloss, aber doch ...
Prüfen Sie also erst einmal die Versicherunssumme per 1914, hinsichtlich der Berücksichtigung der Bauausstattung, Garagen und Nebengebäude.
Sie müssten ja bei dem Neubauwert auf ca. 70.000 M per 1914 kommen.

Der zweite Punkt ist, natürlich enthält diese Summe die durchschnittlichen Baukosten und es geht um die Baukosten im Jahr des Versicherungsfalls, daher der sich Jährllich ändernde Baupreisindex(1.358,3). Wenn SIe eine besonders teuere Baufima haben, kann das ggf. nciht voll berücksichtigt werden.

Wenn sich dann bei genauer Berechnung des Wertes für 1914 immer noch eine erhebliche Differenz ergibt, dann können Sie natürlich Ihr Haus auch nach den heutigen Baukosten versichern.
Sie legen die entsprechenden Unterlagen vor und der Versicherer oder ein anderer, machen Ihnen ein ggf. individuelles Angebot.

Zur "Bildungslücke" Ihres Maklers:

Die Versicherung nach der Summe per 1914 hat folgenenden Sinn: wenn Sie diese als Grundlage für Ihren Vertrag nehmen, vereinbart der Versicherer mit Ihnen die Klausel "Unterversicherungsschutz", das heißt, der Versicherer geht davon aus, das Sie nicht unterversichert sind, Sie erhalten also den vollen Schadenersatz, allerdings nur bis zur Versicherungssumme, in Ihrem Fall bis ca. 420.000 € (per heute). Die Differenz zu 950.000 € ist mit diesem Vertrag nicht versichert.
Ausserdem werden auf der Basis auch andere Versicherte Leistungen berechnet, wie Aufräumkosten usw.

Wenn Sie mir schreiben, sende ich Ihnen gern einen Wertermittlungsbogen, denn die Summe können Sie damit auch allein ausrechnen.
Dann wechseln Sie vielleicht besser den Makler oder Vertreter den Sie da hatten.

Und rechnen Sie mit einem Beitrag der etwa doppelt so hoch ist, wie der den Sie jetzt vorgelegt bekommen haben, aber vergleichen (lassen Sie vergleichen) noch einmal, da die Versicherer auch bei höheren Versicherungssummen manchmal andere Faktoren nehmen. Also ich meine bei einem kleinem Durchschnittshaus wird anders gerechnet als bei einem hochwertigem großen Haus, des Weiteren sollten Sie ganz besonders auch auf die Zusatzleistungen achten.

Ich stehe Ihnen da auch gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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