Expertenhilfe - Frage

Frage von Kirill Kirillov

Gefragt am 24.10.2017 um 12:55 Uhr

Welche Kreditrate muss die Bank bein einer Vorfälligkeitsentschädigung zugrunde legen?

Meine Bank weigert sich die im Darlehensvertrag vorgesehene maximale Monatsrate in betracht zu ziehen und geht bei der Berechnung der VFE von der aktual gezahlten Kreditrate aus. Welche rechtlichen Regelungen gibt es diesbezueglich?

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 24.10.2017

Hallo Herr Kirillov!

Leider können wir hier keine anderen Aussagen machen.

Der § 502 BGB legt keine Begrenzung der Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung beim Immobiliar-Verbraucherkredit fest. Also, die Banken/ Darlehensgeber sind da recht frei in Ihrem Handeln. Allerdings hat der Bundesgerichtshof (BGH) in den vergangenen Jahren den Banken einige Vorgaben gemacht, wie sie den Betrag berechnen können.

Es gibt auch ein Urteil, danach sind zukünftige Sondertilgungsrechte bei der Berechnung von Vorfälligkeitszinsen nicht zu berücksichtigen (Urteil vom 19. Januar 2016, Az. VI ZR 388/14).
Anderes kenne ich nicht.
Daher denke ich, hat der mögliche Tilgungswechsel keinen Einfluss.

Sollten Sie da arge Zweifel haben an der Berechnung haben, bleibt Ihnen nur der Gang zum Fachanwalt. Eine Rechtsberatung dürfen wir hier nicht machen.

Aus welchem Grund wollen Sie denn das Darlehen kündigen?
Sie müssen ja ein berechtigtes Interesse haben, wenn Sie außerordentlich kündigen.

Nach 10 Jahren haben Sie aber nach rechtzeitiger Kündigung die Möglichkeit das Darlehen ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen.
Prüfen Sie doch nochmal ob Sie nicht doch besser noch nicht kündigen. Ich schrieb ja schon, rechnen Sie noch einmal. Sprechen Sie mit Ihrem Darlehensvermittler/ Makler.
Oder wenden SIe sich direkt an mich.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin

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FinanceScout24 Experte  Antti Schiffner

Expertenantwort

von Antti Schiffner

4.50

Beantwortet am 27.10.2017

Sehr geehrter Herr Kirillov,
wenn man ein Darlehen innerhalb der Zinsbindung kündigt werden soll, dann muss man wissen, das es Banken gibt, die dieses Kündigung zwar zulassen, aber die komplette noch ausstehenden Zinseinnahmen einfordern. Dies ist aber auch verständlich, weil bei Derlehensverträgen nach dem Beginn der Finanzkrise, die Zinserträge der Banken ins bodenlose gefallen sind. Somit sollte man genau rechnen, ob sich eine Kündigung lohnt. Wenn Sie sich benachteiligt fühlen, dann sollten Sie dies mit einem Fachanwalt besprechen, was man hier unternehmen kann. Zur Klärung einen solchen Frage benötigt man die Darlehensunterlagen. Das die vereinbarte Rate als Grundlage der Berechnung heran gezogen wird ist verständlich, da Sie diese mit Ihrer Bank so vereinbart haben und diese auch so im Vertrag eingearbeitet wurde. Man ist hier als Kunde immer in einer defensiven Position, aber die Bank wird sicherlich mir Ihnen gemeinsam einen Mittelweg finden, dass Sie aus dem Vertrag aussteigen können und eine verträgliche Entschädigung zu Stande kommt.

Schöne Grüße
Antti Schiffner
baugeld48.de

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