Expertenhilfe - Frage

Frage von Ute Ortmann

Gefragt am 21.04.2017 um 12:24 Uhr

Wohn Riester kündigen?

Sehr geehrte Damen und Herren.

Im Jahr 2009 habe ich einen Riester Bausparvertrag über 46 000 Euro mit einem Soll Darlehn Zinssatz von 2,7 %, Effektiv 3,28%/3,53% (Agio 2%). Die Jährliche Zahlung mit der Zulage beträgt 2100 Euro. Verheiratet, 55 Jahre alt, ohne Kind, steuerlich zusammenveranlagt.
Am Anfang haben wir einen höheren Steuersatz gehabt und dadurch war die Förderung relativ hoch. Heute ist die Steuerbelastung niedriger und erhalte ca. 450 Euro Steuern erstattet.
Ich stelle mir die Frage ob ein Bauspardarlehn ab 2018 (zuteilungsreif) einen Sinn macht.
Im Jahr 2008 haben wir eine Immobilie gekauft und die Hypothek sollte durch den BSV teilweise abgelöst werden. Hypothek Zinsänderung im November 2014 von 5,22% auf 1,95% und somit ist die Laufzeit bis 2024. Passt also nicht mehr mit der Laufzeit des BSV.
Überlege was ich machen soll. Meine private Situation hat sich verändert und so bin mir nicht mehr sicher ob ich tatsächlich noch 20 Jahre nach dem Renteneintritt eine eigene Immobilie besitzen möchte. Meine Rente wird ziemlich hoch ausfalle plus die Betriebsrente. Das bedeutet auch einen höheren Steuersatz im Alter.
Was kommt in Frage. Eine Kündigung? Schlecht, weil durch die Kündigung es zur „schädliche Verwendung“ kommt und die Förderung auf dem Wohnförderungskonto (WFK) plus 2% Zins werden zurückgefordert. Der Hypothekendarlehen hat heute so niedrigen Zinse, dass ein Bausparvertrag mit dem Darlehn Zinssatz da nicht wirklich Sinn macht. Und mit einem Hypothekendarlehen ist man flexibler.
Die nächste Möglichkeit wäre die unschädliche Entnahme. Wird auf dem WFK sofort verbucht und verzinst.
Gestern war ich bei der Bausparkasse. Es ist kein Tarifewechsel möglich. Seit dem, die Bausparsummer wird erhöht und eine längere Laufzeit. Möchte ich nicht und kann ich nicht. Bis zum 67 Lebensjahr muss er getilgt werden!
Der Berater hat vorgeschlagen weiterhin den BSV zu besparen und dann 2024 das Darlehen nicht in Anspruch zu nehmen und die Hypothek abzulösen und somit die Riester Förderung weiter nutzen zu können. Die Abschlussprovision über 460 Euro ist aber weg.
Muss ich bei der Kündigung die vereinnahmten Steuererstattungen zurückzahlen?
Ist es korrekt, dass die Steuervorteile nicht auf dem WFK aufaddiert und versteuert werden? Oder können Sie ein anderes Riester Produkt (nicht Immobilie gebunden) zu empfehlen.
Allerdings ich bevorzuge eine Kündigung des Vertrages.

Viele Grüße
Ute Ortmann

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

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Beantwortet am 21.04.2017

Nun, Frau Ortmann, möchten Sie eine Beratung oder eine Bestätigung Ihrer Entscheidung?

Sie haben sich viel Mühe gemacht und viele Aspekte niedergeschrieben, Sie haben sich auch recht gut informiert.
Was können wir hier für Sie also noch tun?
Warum sind Sie nicht gleich zu Ihrem Makler gegangen, er hätte alle Varianten gegenüber gestellt und Sie hätten die für sich passende Lösung mit ihm/ ihr gefunden.
Auch hätte er/sie bei jeder Eintscheidung alle Ihre Verträge und die persönliche Situation mit einbezogen.
Und noch ein Plus, er steht Ihnen auf Wunsch auch weiter zur Seite...

Nun, Frau Ortmann, derzeit mach eine Umschuldung zu einem Bauspardarlehen nur bedingt Sinn, das hat aber viele Gründe, die den Rahmen diese Forums übersteigen.
Auch haben Sie ja eine ZInsfestschreibung bis 2024 - es wäre also bei einer Umschuldung einen hohe Vorfälligkeitsentschädigung fällig!
Das Guthaben aus dem Riester BSV kann auch in einen anderen Vertrag überführt werden. Durch Zulagen und Steuervergünstigungen erhalten Sie hier ja eine sehr gute "Rendite" und das recht sicher.
Wenn der Sparzins dann noch in Ordnung ist, sind Sie hier vermutlich besser als mit einem Rentenvertrag dran.

Mit dem BSV können Sie auch später anfallende Umbauten finanzieren, nutzen Sie dann aber auch die KFW Förderprogramme.
Bei Kündigung eines Riester-Vertrages müssen Sie natürlich alle staatlichen Förderungen(Zulagen, Steuern) zurückzahlen ud die Abschluss- und Bearbeitungsgebühren sind weg.

Die Zinsbindung erschwert den Verkauf der Immobilie, hier müßte geklärt werden, ob die Bank den Kredit an den Käufer weitergibt.....
Allerdings steigen die Immobilienpreise auf Grund der derzeit recht hohen Nachfrage und die Zinsen sind niedrig.....
Wie steht eigentlich Ihr Mann zu all disen Fragen?

ALSO - es bleiben weitere Fragen... oder holen Sie sich fachkundigen Rat und klären Sie Ihre Fragen, treffen Sie eine Enscheidung und wenden Sie sich dann wieder anderen Dingen zu!

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Fachfrau für Immobiliardarlehen(IHK)

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