Expertenhilfe - Frage

Frage von Paul Schäfer

Gefragt am 13.01.2018 um 12:20 Uhr

Wohnriester Kündigen?

Sehr geehrte Dame und Herrn,

ich habe im Jahr 2011 einen Wohnriestervertrag abgeschlossen, der im Jahr 2020 zuteilungsreif ist.

Ich spare jeden Monat 163 EUR an und bekomme so die vollen Zulagen und die Steuererstattung.

Eigentlich war geplant von dem Darlehen ein Eigenheim zu kaufen. Nun hat sich meine finanzielle Situation aber geändert und ich benötige den Bausparvertrag für den Hauskauf nicht mehr.

Beim Abschluss des Vertrages, wurde mir auch verschwiegen, dass ich darauf später Steuern bezahlen muss. (Leider kann ich das nicht beweisen).

Wenn ich es recht verstanden habe, wird mein Wohnförderkonto jedes Jahr bis zu meinem Renteneintritt (im Jahr 2052) mit 2% verzinst.

Ich habe nun die Befürchtung, dass sich bis zu meinem Renteneintritt ein ordentliche Summe summiert hat und ich dann im Alter hohe Steuer bezahlen muss.

Ich habe zwar 9 mal (2011 - 2020) eine Zulage und Steuererstattung bekommen, aber auf der anderen Seite stehen dann hohe Steuern. Ich denke, dass das für mich ein Minus Geschäft ist. Und das obwohl ich das Darlehen nicht brauchen kann.

Ist das Korrekt?

Ich denke deshalb über eine Kündigung nach. Bisher konnte (oder wollte) mir aber keiner sagen, was ich zurückbezahlen muss, wenn ich kündige. Ich nehme an, dass ich die Steuererstattung und die Zulagen zurückbezahlen muss. Aber wird das dann verzinst? Und wenn ja, wie hoch?

Gibt es noch eine andere sinnvolle Möglichkeit außer der Kündigung, um um die Steuer herumzukommen. Wie gesagt, ich benötige das Darlehen gar nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Paul Schäfer

FinanceScout24 Experte  Marina Schneider

Expertenantwort

von Marina Schneider

3.00

Beantwortet am 15.01.2018

Nun, Herr Schäfer, viele Gedanken und Fragen. Das übersteigt etwas diese Forum hier.
Guten Tag!

Was Ihnen gesagt und nicht gesagt wurde kann ich natürlich nicht beurteilen.

In der Regel sollte auch zum Verkauf eines Bausparvertrags ein Beratungsprotokoll angefertigt werden. Dau könnte man dann alles nachlesen.

Erst einmal das Wichtigste, Sie müssen mit einem Bausparvertrag nicht finanzieren.

Auch ein BSV fällt unter die "Riester" Gesetzgebung und wenn Sie diese Geld nicht entsprechend der Vorgaben in Wohneigentum "umwandeln", ist es sinnvoll heute oder später das Geld in einen Rentenvertag einzuzahlen.
Das heißt, Sie können Ihr ganzes Guthaben incl. Förderungen aus dem BSV nehmen und in eine Renteversicherung einzahlen.
Bei Ablauf des Vertrages haben Sie dann die Möglichkeit sich 30 % des Guthabens in einer Summe auszahlen zu lassen und der Rest wird in eine lebenslange Rente umgewandelt. Das ist Sinn und Zweck der Riestergesetzgebung.

Es wäre also gut, wenn Sie einen Makler finden, der mit Ihnen das alles noch einmal in Ruhe bespricht, Ihnen entsprechende Empfehlungen gibt bzw. Verträge vermittelt.

Ich mache das auch gern mit Ihnen, Schreiben SIE mir einfach.

Mit freundlichen Grüßen
Marina Schneider
Versicherungs- & FinanzMaklerin
Immobiliardarlehensvermittlerin