2016 erstmals wieder mehr Bundesanleihen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.12.2015

Der Umfang der ausgegebenen Bundesanleihen, durch die der Staatshaushalt aufgestockt wird, wird 2016 im Vergleich zum laufenden Jahr wieder steigen. Grund ist ein gewachsener Finanzbedarf des Staates, unter anderem durch die höhere Tilgung von Altschulden und die Aufwendungen zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) wird das Volumen von ausgegebenen Bundesanleihen 2016 wieder steigen. Die mit dem Schuldenmanagement Deutschlands beauftragte Finanzagentur hat bekanntgegeben, dass im kommenden Jahr neue Anleihen in einem Umfang von bis zu 214,5 Milliarden Euro ausgegeben werden sollen. Das bedeutet ein Plus von 24 bis 28 Milliarden Euro im Vergleich zu 2015.

Mehr Bundesanleihen durch gestiegenen Finanzbedarf

Mit der Emission von Bundesanleihen sorgt der deutsche Staat dafür, dass er seine Ausgaben decken dann. Investoren erwerben die verzinsten Anleihen und spülen so schnell Geld in die Staatskasse. Das Volumen an neuen Bundesanleihen betrug 2009 aufgrund der globalen Finanzkrise 334 Milliarden Euro und erreichte damit ein Rekordhoch. Seitdem ist die Summe allerdings von Jahr zu Jahr gesunken. Laut Finanzagentur wird im kommenden Jahr nun erstmals wieder ein Anstieg erfolgen und es werden Anleihen im Gesamtwert von 210,5 bis 214,5 Milliarden ausgegeben.

Grund für den steigenden Finanzbedarf der Bundesrepublik ist unter anderem die größere Summe an Altschulden, die 2016 getilgt werden muss. Hierfür müssen drei Milliarden Euro mehr aufgewendet werden als im laufenden Jahr. Außerdem müssen mehr Papiere mit sechsmonatiger Laufzeit zurückgezahlt werden als 2015. Hinzu kommen sechs Milliarden Euro, die der Staat zur Bewältigung des anhaltenden Flüchtlingsansturms zusätzlich benötigt.

Finanzagentur kalkuliert Puffer ein

Es ist allerdings möglich, dass der angesetzte Betrag sich im Jahresverlauf noch verringert, da grundsätzlich ein Puffer eingeplant wird. 2015 lag das Gesamtvolumen der ausgegebenen Bundesanleihen zum Beispiel um 13 Milliarden Euro unter dem ursprünglich eingeplanten Betrag.

Im laufenden Jahr war die Nachfrage nach Bundesanleihen höher als das Angebot. Das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) hat damit Finanzagentur-Geschäftsführer Tammo Diemer zufolge wenig zu tun. Er sieht laut „FAZ“ keine signifikanten Auswirkungen der Anleihenkäufe auf den Handel mit Bundesanleihen. Die EZB und die von ihr beauftragte Bundesbank kaufen monatlich Anleihen für rund 11,5 Milliarden Euro. Aktuell befinden sich Schuldtitel der Bundesrepublik im Wert von insgesamt 1,1 Billionen Euro in den Depots privater und institutioneller Anleger.

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