35 Millionen Euro Stromkosten entfallen nur auf Steuern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.02.2017

In diesem Jahr werden deutsche Stromkunden erstmals die Rekordsumme von 35 Millionen Euro nur für den Steueranteil ihrer Energiekosten zahlen. Das berichtet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Grund dafür ist in erster Linie die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien.

2017 wird voraussichtlich das teuerste Jahr für Energiekunden überhaupt: 35 Millionen Euro insgesamt werden jetzt alleine für die Besteuerungen und sonstige Abgaben auf Strom fällig werden. In erster Linie verantwortlich dafür ist die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien, kurz EEG-Umlage. Diese Zahlen stellte jetzt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft vor.

Verdopplung der Kosten in den letzten 20 Jahren

Die Förderung umweltfreundlicher, erneuerbarer Energien kommt den Endverbraucher teuer zu stehen: Dank der entsprechenden Umlagen wird der Steuer-, Umlagen- und Abgabenanteil am Strompreis in diesem Jahr erstmalig auf 55 Prozent steigen. Alleine die EEG-Umlage macht in der Endsumme 24 Millionen Euro aus. Damit haben sich die Gesamtkosten für Strom mit 29,16 Cent pro Kilowattstunde seit 1998 verdoppelt. Die Energieversorger selbst erhalten von diesem Grundpreis inzwischen nur noch 5,63 Cent. Damit hat dieser Anteil innerhalb der letzten fünf Jahre kontinuierlich abgenommen. Der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, hält daher die Forderung des Bundes, die Steuerbelastung des Kunden durch weitere Einsparungen der Energieunternehmen auszugleichen, im Interview mit der Bild-Zeitung für unrealistisch.

Forderungen zur Strategieänderung in der Energiewende

Dieser Kostenausblick bedeutet eine deutliche Mehrbelastung der Verbraucher, die besonders Haushalte mit den ohnehin schon preisintensiveren Stromheizungen deutlich zu spüren bekommen sollten. Entsprechend mehren sich Stimmen, die eine Änderung in der Finanzierungspolitik der Energiewende fordern. Ansätze, wie der vom Finanzministerium im letzten Jahr vorgebrachte Vorschlag, die Stromsteuerbefreiung für Eigenstrom aus Photovoltaikanlagen zu begrenzen, wurden allerdings ebenfalls kritisch entgegengenommen. Das Ziel der Abkehr von fossilen Brennstoffen ist dabei klar gesteckt. Laut des Erneuerbare-Energien-Gesetz, das erstmals 2014 in Kraft getreten ist und nun überarbeitet wurde, soll der umweltfreundlich erzeugte Strom bis 2025 40 bis 45 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs ausmachen. Bis 2050 liegt die Messlatte dafür bei mindestens 80 Prozent.

Quellen: Contra-magazin.com, n-tv.de, Focus.de, Bild.de, Findenztrend-newsletter.de, Energiedialog.nrw.de

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