5,7 Millionen Deutsche von Altersarmut bedroht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.02.2017

Immer weniger Geld, Sorgen um die Zahlung notweniger Alltagsdinge und zunehmende soziale Ausgrenzung: Für Millionen älterer Mitbürger wird die Angst vor Altersarmut zur Realität. Inzwischen ist etwa jeder Fünfte über 55 bedroht. In der Debatte um das Rentenniveau sieht die Chefin der Deutschen Rentenversicherung jedoch nicht die Lösung des Problems.

Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten Senioren steigt an. Inzwischen verfügt jeder Fünfte über 55 Jahren über zu wenig Geld, um notwendige Alltagsgüter finanzieren zu können. Die Chefin der Deutschen Rentenversicherung sieht die Lösung für Altersarmut jedoch nicht in der Debatte um ein erhöhtes Rentenniveau.

Altersarmut verzeichnet steigende Zahlen

Aktuelle Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat zeichnen kein positives Bild für die Altersruhe der Deutschen. Während 2010 etwa 4,9 Millionen Menschen über 55 von Altersarmut bedroht waren, ist die Zahl bis heute kontinuierlich auf 5,7 Millionen gestiegen. Von 2006 bis 2015 stieg der Anteil von 18,2 Prozent auf 20,8 Prozent und lag damit leicht über dem EU-Durchschnitt.

Als betroffen gelten Personen, die sich Alltagsgüter nicht leisten können oder deren Einkommen weniger als 60 Prozent des Durchschnitts ausmacht. Zur Risikogruppe zählen zum Beispiel Personen mit schwierigen oder geringen Erwerbsverhältnissen, aber auch Senioren in Haushalten mit arbeitsfähigen Bewohnern, die dennoch nicht erwerbstätig sind.

Stimmen aus Politik und Rentenversicherung

Für die Vizefraktionschefin der Linken spiegelt die zunehmende Altersarmut eine problematische Gesamtlage wider. Niedriglöhne, Erwerbslosigkeit bei Älteren und Armutsrenten würden den Bereich Arbeit und Soziales gefährden. Für ältere Erwerbslose müsse mehr Unterstützung geleistet werden statt sie abzuschreiben. Seitens der Deutschen Rentenversicherung warnt die Präsidentin Gundula Roßbach hingegen vor „pauschalen Horrorszenarien“.

Auch ein sinkendes Rentenniveau hätte laut Roßbach noch keine massenhafte Altersarmut zur Folge. Zu geringe Beiträge könnten nicht vollständig ausgeglichen werden und eine Erhöhung des Niveaus wäre keine Hilfe für die Risikogruppen. Zu diesen zählt sie Rentner mit Erwerbsminderung, Langzeitarbeitslos, Soloselbstständige, Personen mit unsteten Erwerbsverläufen und Geringverdiener, die nicht zusätzlich fürs Alter vorsorgen.

Quellen: Wirtschaftswoche, FAZ, n-tv

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