500-Euro-Schein: Bundesbank ist gegen Abschaffung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.03.2016

Der 500-Euro-Schein ist seit Längerem in der Diskussion. Seine Abschaffung gilt als wahrscheinlich – so soll die Terrorismusfinanzierung eingedämmt werden. Kritik an diesen Plänen kommt nun allerdings von der Bundesbank. Die deutsche Zentralbank warnt davor, Bürger durch die Abschaffung unter Generalverdacht zu stellen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft bereits Möglichkeiten, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Wie die „Welt“ berichtet, lehnt die Deutsche Bundesbank diese Pläne allerdings ab. Ihr Vorstand Carl-Ludwig Thiele warnt davor, Bürger unter Generalverdacht zu stellen.

500-Euro-Schein: Zweifel an der Wirksamkeit der Abschaffung

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der EZB-Rat sich für eine Abschaffung der größten Euro-Banknote entscheiden und hat bereits eine entsprechende Absichtserklärung verfasst. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen und Kriminalität im Allgemeinen einzudämmen. Bezüglich dieser beiden Punkte äußerte Bundesbank-Vorstand Thiele allerdings Bedenken, ob die Abschaffung des 500-Euro-Scheins tatsächlich erfolgversprechend ist. Die deutsche Zentralbank stellt sich damit ein weiteres Mal gegen die Pläne der EZB: Bereits an dem Anleihenkaufprogramm der EZB, mit dem die Konjunktur unterstützt werden soll, hatte es Kritik von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gegeben.

Bundesbank lehnt Generalverdacht ab

Bundesbank-Vorstand Thiele warf bei einer Veranstaltung in London die Frage auf, welches Staatsverständnis hinter Vorschlägen wie diesem stecke. Er erklärte: „Die Bürger sollten nicht unter Generalverdacht gestellt werden.“ Bei derart grundlegenden Änderungen müssten seiner Ansicht nach alle Risiken und möglichen Nebeneffekte berücksichtigt werden. Er stufte es als deutliche Einschränkung ein, wenn der 500-Euro-Schein abgeschafft werden sollte, und betonte, dass dadurch „die Freiheit scheibchenweise stirbt.“

Dagegen hatte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kürzlich einer Abschaffung der Banknote gegenüber offen gezeigt. Zudem sprach er sich dafür aus, Bargeldzahlungen in Deutschland auf 5.000 Euro zu begrenzen. Bargeldlimits werden bereits seit geraumer Zeit innerhalb der EU thematisiert und sind mit der Hoffnung verbunden, Geldwäsche effektiver eindämmen zu können. In einigen europäischen Ländern, zum Beispiel Italien und Frankreich, existieren solche Grenzen bereits.

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