Ab April: Holz- und Pelletheizungen müssen klassifiziert werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.03.2017

Was bereits seit September 2015 für Öl- und Gasheizungen gilt, wird ab dem 01. April 2017 auch für die umweltfreundlichen Alternativen relevant: Feststoffheizungen müssen dann ebenfalls mit einem Energieeffizienzlabel versehen werden. Zu dieser Heizungsart gehören beispielsweise Holz-, Pellet- oder Hackschnitzelheizungen. Experten hinterfragen allerdings den Mehrwert dieser EU-Gesetzgebung.

Heizungen, die mithilfe von holzartiger Biomasse Wärme erzeugen, gelten als besonders günstig und umweltfreundlich. Vom ersten April an müssen aber auch diese, genau wie Gas- und Ölheizungen, nach den geltenden Energieeffizienzklassen A++ bis G eingeordnet werden. Über den Mehrwert dieses Labelings für Pellet-, Holz- oder Hackschnitzelheizungen herrscht allerdings Uneinigkeit.

Ohne Label keine Abnahme vom Schornsteinfeger

Wer Heizkosten sparen möchte, ist mit Feststoffheizungen gut bedient und schont gleichzeitig sein ökologisches Gewissen. Allerdings bleibt Haus- und Wohnungseigentümern nun auch die entsprechende Etikettierung nicht mehr erspart, die Besitzer von Öl- und Gasheizungen schon 2014 im Rahmen der Energiesparverordnung leisten mussten. Die Verzögerung ist dem zeitversetzten Gesetzgebungsverfahren der EU geschuldet.

Betroffen ist, wer mit den genannten Brennmaterialen einen Brennstoffkessel oder Verbundanlagen mit Temperaturreglern und Solareinrichtungen mit einer Nennwärmeleistung von bis zu 70 Kilowatt befeuert. Zu diesen Festbrennstoffen zählt im Übrigen auch Kohle, die allerdings als Energielieferant kaum noch Relevanz besitzt und nahezu ausgedient hat.

Das Labeling kann hier auch nicht effektiv umgangen werden, denn ohne entsprechende Klassifizierung darf der Schornsteinfeger ab April die jeweiligen Heizungen nicht mehr abnehmen. Für Januar 2018 ist auch schon die nächste Stufe geplant: Dann werden Einzelraumheizgeräte gekennzeichnet, also Kamin- und Kachelöfen.

Mehrwert für Verbraucher ist strittig

Der Nutzen der neuen Klassifikation ist allerdings umstritten. Experten geben zu bedenken, dass die marginalen Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern einer Heizungsart im Gegensatz zu Kühlschränken oder anderen Elektrogeräten kaum durch die festgelegten Gruppierungen wiedergegeben werden. Auch die Kosten spiegeln sich hier nicht wider, da die vor allem von den aktuellen Preisen der Brennstoffe abhängen.

Allerdings müssen sich Betroffene keine Sorgen machen, dass sie die EU-Norm nicht erfüllen können. Denn schon jetzt gilt deutschlandweit die Bundes-Immissionsschutzverordnung, die in weiten Teilen wesentlich schärfere Grenzwerte vorschreibt, als sie von der EU vorgesehen werden.

Quelle: Focus, N-TV.de, Weser-Kurier, Welt

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