Neue Plakette für Dieselfahrzeuge geplant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.04.2016

Für 2017 plant das Bundesumweltministerium die Einführung einer neuen blauen Plakette für besonders umweltfreundliche Dieselfahrzeuge. Nach aktuellem Stand würde in Deutschland ein geringer Prozentsatz der zugelassenen Autos mit Dieselmotor die Voraussetzungen erfüllen. Verkehrsminister Dobrindt kritisiert die Pläne, die eine Sperrzone für Fahrzeuge beinhaltet, die diese Vorgaben nicht erfüllen.

Die neue Plakette soll Autos mit vergleichsweise geringem Schadstoffausschuss kennzeichnen. Dieselfahrzeuge, die die Abgasnorm Euro 6 mit einem maximalen Stickoxid-Ausstoß von 80 mg/km nicht, sollen dagegen nach einem Beschluss von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sowie den Umweltministern der Länder in Innenstädten mit hoher Schadstoffbelastung nicht mehr fahren dürfen, wie die „Bild am Sonntag“ berichtet. 

Mehrzahl der Dieselfahrzeuge erfüllt Anforderungen der geplanten Umweltplakette nicht

Die Abgasnorm Euro 6, die Autos erfüllen müssen, um die neue Plakette zu erhalten, wird jedoch aktuell von nur etwa 500.000 Dieselfahrzeugen in Deutschland erreicht. Entsprechend blieben laut Informationen der „Bild am Sonntag“ etwa 13 Millionen Autos mit Dieselmotor, die nicht mehr in vielen deutschen Innenstädten fahren dürften.

Nach einer Vorgabe der Europäischen Union dürfen Städte einen Grenzwert an Stickoxid von 40 Milligramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt nicht überschreiten. Gleich mehrere deutsche Städte erreichen jedoch höhere gesundheitsschädliche Emissionswerte. So wiesen beispielsweise laut der „Bild am Sonntag“, die sich auf Informationen des Umweltbundesamtes bezieht, im Jahr 2015 in Berlin sechs von 16 Messstationen überschrittene Grenzwerte auf, in Bremen waren es zwei von acht, in Dortmund drei von fünf, in Aachen zwei von drei. Insgesamt verzeichneten im vergangenen Jahr 60 Prozent der Messstellen in deutschen Städten zu hohe Werte, wie die „Welt“ berichtet. Somit wurden die Grenzwerte deutschlandweit an etwa 130 Messstellen nicht eingehalten. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland wurden keine Überschreitungen festgestellt. Das Bundesumweltministerium erkennt entsprechend ein „deutliches Stickoxidproblem“ in deutschen Städten.

Verkehrsminister Dobrindt kritisiert Pläne für die neue Plakette

Während die EU laut der „Welt“ bereits ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat, kritisierte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in der „Bild am Sonntag“ die Pläne der Umweltminister zur Einführung der neue blaue Plakette für Dieselfahrzeuge: „Die Pläne sind völlig unausgegoren und mobilitätsfeindlich. Das Ergebnis wäre ein faktisches Einfahrtsverbot für alle Dieselfahrzeuge. Das werde ich nicht akzeptieren“, so Dobrindt. „Unser Ziel ist mehr Mobilität mit weniger Emissionen und nicht das Abschaffen der Mobilität.“ Umweltverbände dagegen forderten laut der „Welt“ schon lange eine Plakette, die den Ausstoß von Stickoxiden berücksichtigt.

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