ADAC schreibt trotz Mitgliederrekord rote Zahlen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.04.2017

Rote Zahlen für „Gelbe Engel“: Deutschlands größter Automobil-Club ist abermals so gefragt wie nie und doch tief in der Miese. Trotz der Manipulationen vor drei Jahren setzen Autofahrer wieder ihr Vertrauen in den ADAC. Die Mitgliederzahl von 19,7 Millionen hilft dem Traditionsverein jedoch nicht aus den roten Zahlen. Ein Jahresfehlbetrag von 26 Millionen Euro fordert den ADAC zu Veränderungen auf.

Der ADAC scheint nach der Manipulation vor drei Jahren wieder hoch im Kurs deutscher Autofahrer zu stehen. 19,7 Millionen Menschen setzen ihr Vertrauen in die Leistungen des größten deutschen Automobilclubs und dennoch sind die Kassen bei den „Gelben Engeln“ leer. Der Traditionsverein verzeichnet einen Jahresfehlbetrag von 26 Millionen Euro. Die roten Zahlen läuten in der ADAC-Führung die Zeit zum Handeln ein.

Ende der Vertrauenskrise

2014 musste der Allgemeine Deutsche Automobil-Club die Manipulation seines Publikumspreises „Gelber Engel“ zugeben und viel von seiner Glaubwürdigkeit einbüßen. Heute scheinen die Deutschen ihrem größten Automobil-Club den Vertrauensbruch vergeben zu haben und bringen die Mitgliederzahl auf ein historisches Hoch. 

Um 456.000 gestiegen, verzeichnet der ADAC eine Zahl von 19,7 Millionen Mitgliedern und damit so viele wie noch nie in seiner 114-jährigen Geschichte. Für Präsident August Markl ist das ein klares Vertrauensvotum.

Finanziell nicht alles im gelben Bereich

Trotz des Jubels um die wiedergewonnenen Autofahrer muss der Verein einen Jahresfehlbetrag von 26 Millionen Euro bewältigen. Markl sieht die Lösung nicht allein in den 1,2 Milliarden Euro aus Mitgliedsbeiträgen, die derzeit die Kosten der Hilfeleistungen wie der Pannenhilfe nicht decken. Der ADAC müsse sich selbst finanzieren können und sehr viel wirtschaftlicher agieren, um auch weiterhin vorne mitzuspielen. 

Der 68-jährige Präsident, der sich in Kürze für eine erneute Amtsperiode von vier Jahren zur Wiederwahl stellt, sieht die Lösung in einem breiten Umbau und neuen Strukturen. 

Vom reinen Autofahrerverein mit Kfz-Versicherungen sollte die Reise laut Markl in Richtung eines Mobilitätsdienstleisters gehen. Der grundlegende Ansatz sei dabei die Ausrichtung als digitale Plattform für Mobilität. 

Unter anderem beteilige sich der Club am „UnternehmerTUM“, dem Zentrum für Innovation und Gründung der TU München. Hier sollen Start-Ups und Gründer bei der Entwicklung neuer Ideen helfen. Markl sieht in der Zukunft smarte Lösungen zum Tanken und Parken oder neue Informations- sowie Buchungsplattformen, auch für kommunale Verkehrsunternehmen.

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Quellen: FAZ, Spiegel, Handelsblatt

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