Änderungen bei der Arbeitszeiterfassung

Zuletzt aktualisiert am 20.05.2019

Sinnvoll oder überflüssig? Das fragen sich aktuell Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Bezug auf geplante Änderungen rund um die Erfassung der Arbeitszeiten. Doch was genau steckt dahinter?

Während Kaffee- und Toilettenpausen außen vor bleiben, sind Raucher auf die Kulanz ihrer Arbeitgeber angewiesen. In erster Linie soll durch die Änderung unbezahlte Mehrarbeit vermieden werden.

Pausen: Manchmal Teil der Arbeitszeit

Gute Nachricht für Beschäftigte: Kaffee- und Toilettenpausen bleiben von den Änderungen unberührt. Denn alle Unterbrechungen am Arbeitsplatz, die kürzer als 15 Minuten lang erfolgen, gelten laut Arbeitszeitgesetz nicht als Pause. Bis zu 30 Minuten Toilettenzeit pro Tag sind in Deutschland okay. Anders sieht es bei den Raucherpausen aus. Diese sind und bleiben von der Kulanz des Arbeitgebers abhängig, da Rauchen am Arbeitsplatz eigentlich verboten ist. Genau genommen gehörten sie also bislang nie zur Arbeitszeit.

Änderung soll Vorteile für Arbeitnehmer bringen

Und wie genau soll die Dokumentation der „neuen“ Arbeitszeiten erfolgen? Das wird im Detail voraussichtlich noch geklärt. Aktuell gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Aufzeichnung der Arbeitszeit. Eine digitale App mit Zeitmessung ist laut Arbeitszeitgesetz genauso in Ordnung wie ein simples Blatt Papier, auf dem die Zeiten notiert werden. Standard ist in vielen Unternehmen die „Stempeluhr“. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Allerdings wird jetzt schon deutlich gemacht, dass eine minutiöse Überwachung der Zeiten nicht das Ziel der Anpassung sein soll.

Hervorgehoben werden Vorteile für die Arbeitnehmer: Überstunden werden reduziert, nicht-dokumentierte und somit womöglich unbezahlte Mehrarbeit ausgeschlossen. Auch die Erreichbarkeit nach Feierabend darf nicht länger automatisch von Arbeitgebern vorausgesetzt werden. Wenn doch, ist sie als Arbeitszeit zu kennzeichnen. Besonders Gewerkschaften freuen sich über die geplanten Änderungen, Kritik wird in Bezug auf die Flexibilität laut. Immerhin werde diese vorwiegend seitens der Arbeitnehmer gefordert. Ein streng bürokratisches Modell zur Arbeitszeiterfassung steht dem als Kontrast gegenüber.

Quelle: stern.de

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