Höhere Mindestlöhne für bestimmte Branchen beschlossen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.02.2018

Arbeitnehmer aus dem Gebäudereiniger- und dem Dachdecker-Handwerk können sich über eine rückwirkende Lohnerhöhung freuen. Zumindest dann, wenn sie bisher den Mindestlohn verdient haben. Wie das Bundesarbeitsministerium beschlossen hat, gilt die Erhöhung schon ab dem 01.01.2018. Dem vorausgegangen waren bereits Ende 2017 Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Von den Verordnungen profitieren aber explizit nicht nur tariflich beschäftigte Arbeitnehmer. Durch den Erlass des Bundesarbeitsministeriums weitet sich die ausgehandelte Lohnerhöhung auf alle Beschäftigten der beiden Branchen aus. Sie können sich über Lohnsteigerungen zwischen drei und fünf Prozent freuen. Zudem gibt es zum 01.01.2020 die nächste Lohnerhöhung.

Anstieg für Gebäudereiniger und Dachdecker

Betroffen von den Verordnungen sind insbesondere Gebäudereiniger und Dachdecker, die bisher nach dem Mindestlohn bezahlt werden. Gehören die Reinigungsfachkräfte der Lohngruppe 1 in Westdeutschland an, so steigt das minimale Arbeitsentgelt von bisher zehn auf dann 10,30 Euro pro Stunde. In Ostdeutschland fällt die Erhöhung deutlicher von 9,05 auf 9,55 Euro aus. Ab dem 01.01.2020 soll der Mindestlohn in Ost- und Westdeutschland für die oberste Lohngruppe einheitlich sein. Arbeitnehmer verdienen dann immer mindestens 10,80 Euro.

Über ähnliche Erhöhungen können sich auch angestellte Dachdecker freuen. Bekamen sie bisher 12,25 Euro pro Stunde, sind es rückwirkend zum 01.01.2018 12,90 Euro. Allerdings sinkt gleichzeitig der Mindestlohn für solche Arbeitnehmer, die keine abgeschlossene Dachdeckerausbildung vorzuweisen haben. Sie verdienen künftig statt mindestens 12,25 Euro nur noch 12,20 Euro.

Mit den Verordnungen des Arbeitsministeriums werden die Branchen-Mindestlöhne für allgemeinverbindlich erklärt. Ende 2017 hatten zunächst die Tarifvertragsparteien die entsprechenden Lohnsteigerungen ausgehandelt. Diese Tarifeignung wird jetzt rückwirkend zum Jahresbeginn auch auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgedehnt, die eigentlich nicht tarifgebunden sind.

Quelle: Spiegel, RP ONLINE

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