Altersarmut: Immer mehr Rentner mit Minijobs

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.10.2015

Vielen Menschen über 65 Jahren droht die Altersarmut. Immer mehr Rentner sind daher auf Minijobs angewiesen, um über die Runden zu kommen. Einige Personengruppen sind dabei besonders gefährdet. Fatalerweise zählen dazu auch diejenigen, die sich wenig mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen.

Etwas zur Rente dazuverdienen – das tun offenbar immer mehr Senioren nicht nur zum Zeitvertreib. Altersarmut ist für sie ein konkretes Problem. Die Zahl der Menschen über 65 Jahre, die Minijobs verrichten, ist laut Daten der Agentur für Arbeit zwischen 2003 und 2015 deutlich gestiegen, wie „Spiegel Online“ berichtet.

Deutlich mehr Rentner mit Minijobs

Demnach wuchs die Zahl der Rentner mit Minijobs in den vergangenen zwölf Jahren um fast 400.000. Waren es 2003 noch rund 533.000, lag die Zahl der über 65-Jährigen mit geringfügiger Beschäftigung mit Stand März 2015 bei rund 904.000. Diese Zahlen gehen aus einer Antwort der Agentur für Arbeit auf die Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Die Linke) hervor. Rund 154.000 dieser Minijobs seien in der Handelsbranche angesiedelt. Laut Zimmermann sei dies ein Zeichen dafür, dass mehr und mehr Menschen von Altersarmut bedroht seien und daher das Rentenniveau angehoben werden müsse.

Risiko für Altersarmut steigt – insbesondere im Osten

Dass das Risiko der Altersarmut steigt, belegt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Demnach war im Jahr 2013 jeder siebte Bundesbürger im Rentenalter von Altersarmut bedroht, 2006 war es nur jede zehnte. Frauen, Geringqualifizierte und Migranten sind in der Risikogruppe besonders häufig vertreten. Besonders in Ostdeutschland werde die Altersarmut in den kommenden Jahren noch steigen, so die Autoren der Studie gegenüber der „Welt“. Wie zudem ein Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zeigt, ist ausgerechnet in den ostdeutschen Bundesländern private Altersvorsorge bisher nur für vergleichsweise wenige Menschen ein Thema. Laut einer Untersuchung, die das Interesse an privaten Altersvorsorgemaßnahmen in sämtlichen deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten vergleicht, liegen die 38 Regionen mit dem geringsten Interesse allesamt in Ostdeutschland. 

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