Altersvorsorge: Mehr als drei Millionen Riesterrenten ruhen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.06.2017

Die Riesterrente soll eigentlich dabei helfen, sich gegen die zu erwartenden Verluste bei der gesetzlichen Altersvorsorge abzusichern. Doch das Vertrauen der Riester-Sparer in diese Form der privaten Rentenversicherung scheint zu schwinden - es mangelt an Einzahlern. Derzeit ist jeder fünfte der rund 16,5 Millionen bestehenden Riester-Verträge ruhend eingestellt.

Mehr als drei Millionen Deutsche mit Riester-Verträgen zahlen derzeit keine Beiträge ein. Damit hat jeder fünfte deutsche Riester-Sparer seine private Altersvorsorge ausgesetzt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Dabei beruft sich das Finanzministerium auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Zur Anzahl der vollständig stornierten Verträge konnten keine Angaben gemacht werden.

Schwächen der Riester-Rente

Der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann zufolge ist die Riester-Rente gescheitert. „Grundsätzlich hat nur knapp die Hälfte der Förderberechtigten überhaupt einen Riester-Vertrag abgeschlossen“, ließ sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur verlauten. Sie führt die Problematik, die die neusten Zahlen verdeutlichen, auch auf die teilweise prekäre Situation von Geringverdienern zurück, die das Geld zum täglichen Überleben bräuchten. „Viele, die einen Vertrag haben, können irgendwann die Beiträge nicht mehr aufbringen.“ Die schwächelnde Riester-Rente und damit die Frage, ob sich die Riester-Rente lohnt, sowie das Verhältnis zwischen gesetzlicher und privater Altersvorsorge könnten nun auch zum zentralen Thema im Wahlkampf werden.

Die Rente im Wahlkampf

Die SPD soll noch in dieser Woche ihr Rentenkonzept für die Bundestagswahl vorstellen. Erst am Donnerstag hatte die große Koalition knapp vier Monate vor der Bundestagswahl die letzten drei großen Rentengesetze auf den Weg gebracht. Die Betriebsrenten sollen gestärkt, das Rentenniveau in Ost- und Westdeutschland bis 2025 ausgeglichen werden und die Leistungen für Menschen, die noch vor dem Eintritt ins Rentenalter eine Erwerbsminderungsrente beziehen, sollen ausgebaut werden. Bei Experten besteht Uneinigkeit darüber, ob das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente in den kommenden Jahren sinken wird oder nicht. Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) fordert, ein zu starkes Absinken des Rentenniveaus ebenso wie ein starkes Ansteigen der Beiträge zu verhindern, und schlägt Steuerzuschüsse in Milliardenhöhe vor. Linken-Abgeordnete Zimmermann will die gesetzliche Rente stärken und eine solidarische Mindestrente einführen.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Börsengang: Der Lieferdienst Delivery Hero will in den kommenden Monaten an die Börse gehen. Angestrebt wird ein Brutto-Erlös von rund 450 Millionen Euro aus neu ausgegebenen Aktien.
  • Toyota stößt Tesla-Anteile ab: Der japanische Autobauer, einer der frühen Investoren von Tesla, hat alle Anteile an Elon Musks Unternehmen zum Jahresende 2016 abgegeben, wie vergangene Woche mitgeteilt wurde.

Quellen: Spiegel, Zeit, Focus

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