Anders zur E-Mobilität: Airbus verabschiedet sich vom E-Fan

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.04.2017

2011 stellte Airbus den E-Fan vor, der Pionierbeitrag des Luftfahrtunternehmens zur Elektromobilität in der Luft. Nun schickt der Flugzeughersteller den kleinen Zweisitzer, der 2015 noch demonstrativ den Ärmelkanal überflog, in Rente. Allerdings ist das nicht das Ende der Entwicklungen in Sachen Elektroantrieb. Stattdessen setzt Airbus mit einem Flugtaxi und dem selbstfliegenden Auto jetzt neue Prioritäten.

Noch vor zwei Jahren galt er als Prestigeprojekt sondergleichen: Wirkungsvoll überflog der E-Fan damals den Ärmelkanal, wie es schon 1909 eines der ersten Flugzeuge überhaupt getan hatte. Nun wird das 2011 vorgestellte Pionierflugzeug aber erst einmal nicht weiterentwickelt werden.

In Bezug auf die elektrische Luftfahrt setzt Airbus stattdessen andere Akzente: Ein Flugtaxi ist in Planung, genauso wie das selbstfliegende Auto in Kooperation mit Audi.

Kritiker vermuten Entscheidung aus Kostengründen

Schon seit einigen Jahren ist die Weiterentwicklung alternativer Antriebe nicht nur im Automobilsektor, sondern auch in der Luftfahrt angekommen. 100 Ausführungen des E-Fans waren deshalb ursprünglich geplant, um über den kleinen Zweisitzer langfristig Erkenntnisse für den Bau eines elektrischen Regionalflugzeugs zu sammeln. 

Dass er jetzt dennoch vor dem Aus steht, begründet Airbus mit unzeitgemäßer Technologie. Die Batterieentwicklung sei inzwischen so weit fortgeschritten, dass die neuesten Modelle nicht mehr in den E-Fan integriert werden könnten. 

Französische Gewerkschaften wittern allerdings einen anderen Grund. Sie sind der Überzeugung, dass die Entscheidung mit dem aktuellen Kosteneinsparungsprogramm bei Airbus zusammenhängt. Das hatte bereits im letzten Jahr 1.000 Stellen gekostet. Die Einstellung des E-Fan könnte zu einer Streichung weiterer Arbeitsplätze führen.

Jetzt sollen „Vahana“ und „Pop.up“ kommen

Den Richtungswechsel könnte allerdings auch die Ablösung des Forschungschefs Jean Botti durch den ehemaligen Google Manager Paul Eremenko herbeigeführt haben. Seitdem denkt Airbus in ganz anderen Dimensionen. Zukünftig soll nicht nur an reinen Elektroantrieben, sondern auch vermehrt an Flugzeugen mit Hybridtechnologie gearbeitet werden. 

Dabei sind zwei konkrete Projekte schon öffentlich bekannt. Zum einen arbeitet der französische Flugzeugbauer an einem selbstfliegenden Taxi, das unter dem Arbeitstitel „Vahana“ bereits Ende 2017 zum ersten Mal in der Luft getestet werden soll. Auch ein „City Airbus“, der als Hubschrauber langfristig den Personennahverkehr übernehmen könnte, ist im Gespräch.

Den zweiten Ansatz bildet das selbstfliegende Auto „Pop.up“, das Airbus zusammen mit der Audi-Tochter Italdesign entwickelt. Der Hybrid aus Auto und Flugzeug, der zusätzlich noch autonom fährt und fliegt, soll bereits in zehn Jahren Marktreife erlangt haben.

Quellen: FAZ, BR, aerotelegraph.com

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