Anleger erwarten hohe Renditen und niedrige Zinsen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.05.2016

Eine aktuelle Studie zeigt, was Anleger weltweit bewegt. Dabei wird deutlich: In manchen Bereichen ticken die Deutschen anders als der Rest der Welt. Zwar schätzen auch deutsche Anleger die zukünftigen Renditen ihrer Anlagen sehr optimistische ein, bleiben dabei aber näher an der Realität als Anleger in vielen anderen Ländern. Auch bezüglich der Zinsentwicklung sind die Deutschen pessimistischer als der weltweite Schnitt.

Deutsche Anleger haben trotz Bedenken bezüglich der weltweiten ökonomischen Stabilität vielfach erhöhte Erwartungen an die Renditen ihrer Geldanlagen. Dies ist eine der Schlussfolgerungen, die sich aus der globalen Investment-Studie der Vermögensverwaltung Legg Mason ergibt, für die Anleger weltweit befragt wurden.

Großes Vertrauen der Anleger in die deutsche Wirtschaft

Der Untersuchung zufolge ist das Vertrauen in die Weltwirtschaft bei vielen Deutschen Anlegern nicht sonderlich hoch. Beinahe jeder Zweite fürchtet globale ökonomische Instabilität. Der heimischen Wirtschaft trauen sie hingegen deutlich mehr. Bedenken bezüglich wirtschaftlicher Instabilität in der Bundesrepublik äußerte nicht einmal jeder Zehnte. Damit haben die deutschen Anleger deutlich mehr Vertrauen in ihre heimische Wirtschaft als es bei Anlegern in anderen  Ländern der Fall ist.

Optimistische Erwartungen an Renditen eigener Geldanlagen

Hohes Vertrauen setzen die deutschen Anleger der Untersuchung zufolge auch in die Rentabilität ihrer Anlagen. Sie erwarten im Schnitt Renditen von nahezu sechs Prozent. Angesichts der aktuellen Zinsen und Anleihenrenditen, die weit unter diesem Wert liegen, eine sehr optimistische Einschätzung. Erst kürzlich hatte eine Studie gezeigt, dass viel Deutsche die Renditen vieler Finanzprodukte überschätzen. Dennoch befinden sich die Anleger hierzulande mit ihren Renditeerwartungen womöglich näher an der Realität als in vielen anderen Ländern. Weltweit gesehen erwarten Anleger im Schnitt nämlich Renditen von mehr als zehn Prozent für ihre Investments. Allerdings sind die Zinsen in Deutschland auch noch niedriger als in vielen anderen Nationen, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Klischee des fleißigen Deutschen bei der Altersvorsorge bestätigt

Bezüglich des Zinsniveaus hat der Optimismus der Befragten dann doch vergleichsweise enge Grenzen. Fast zwei Drittel der Deutschen gehen davon aus, dass das Zinsniveau im eigenen Land erst in drei Jahren wieder steigen wird – frühestens. Damit sind sie deutlich pessimistischer als Anleger in anderen Ländern: Im globalen Durchschnitt erwartet mit zwei Dritteln ein Großteil bereits in den kommenden zwei Jahren einen Zinsanstieg im eigenen Land. Auch bezüglich der finanziellen Absicherung im Alter ticken die Deutschen laut der Studie offenbar anders als der Rest der Welt. Falls sich die finanzielle Vorsorge als nicht ausreichend herausstellt, würden Betroffene weltweit gleich reagieren: Sie würden ihre Ausgaben senken, aufs Reisen verzichten und gegebenenfalls eine Teilzeitbeschäftigung annehmen. Nicht so viele Deutsche: Sie würden einfach länger arbeiten.

Quellen: Legg Mason (Global Investment Survey), Handelsblatt

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