Anleger sollen trotz Keller-Zinsen mutiger werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.01.2017

Es ist eine Prognose, die wohl besonders für die Sparer Deutschlands zur schlechten Nachricht wird.  Arno Walter, Chef der Comdirect Bank und Finanz-Profi, sieht die Zinsen auch in nächster Zukunft noch weiter im Keller. Um das Geld trotz Mini-Zins und Inflation nicht zu verlieren, rät er zu mehr mutigen Anlagen und weniger Geld auf hohen Kanten.

Die steigende Inflation und die niedrigen Zinsen erfordern ein Umdenken von Deutschlands Sparern. Angesichts der Prognosen des Finanz-Experten und Bankchefs von Comdirect, Arno Walter, sind in nächster Zukunft keine höheren Zinsen zu erwarten. Eine verstärkte Hinwendung zu mutigeren und rentableren Anlagemöglichkeiten könne den drohenden Verlust jedoch verhindern.

Mini-Zinsen kein temporärer Zustand

Sparen und damit kleinere, jedoch garantierte Gewinne aus Zinsen zu erzielen, galt bisher als eine der sichersten und somit auch als eine der beliebtesten Anlageformen der Deutschen – hoch im Kurs stehen Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld. Die Phase der Niedrigzinsen wurde von Sparern über einen längeren Zeitraum für einen temporären Effekt gehalten und so weiter auf bestehende Einlagen gesetzt. Dass die Wende bei den niedrigen Zinsen jedoch erst einmal ausbleibt, hält Bank-Chef Walter für sehr wahrscheinlich.

Diese Entwicklung fordere mehr Umdenken und eine zunehmende Abwendung von Spar-Produkten. Trotz eines leichten Aufwärtstrends sei die Scheu vor vielen Möglichkeiten der Geldanlage weiter groß. Dies hänge laut Walter mit einer mangelnden Bildung im Finanzbereich und schlechten Erfahrungen zur Jahrtausendwende zusammen. Die Risiken von Aktien werden aus diesem Grund falsch eingeschätzt und unrentable Einlagen vorgezogen.

Mehr Gebühren für Banken - mehr Dividenden für Anleger

Neue Kosten für die Dienstleistungen von Banken seien ein weiterer Grund für rentable Anlagen. Aus Wettbewerbsgründen haben Kreditinstitute bisher viele Leistungen kostenlos angeboten. Ein Umdenken in der Branche führt inzwischen immer häufiger zur Erhebung von Gebühren. Inzwischen bieten weniger als 30 Kreditinstitute ihre Dienste noch kostenlos an. Als Hauptgrund wird dafür die zunehmende Regulierung der Banken angegeben.

Anleger hingegen freuen sich dieses Jahr trotz Niedrigzinsen auf Ausschüttungen in Rekordhöhe. Dividendenaktien gelten als sicher und können selbst für Börsenanfänger die Erfolgsformel für rentable Anlagen bilden. Dennoch sind eine gute Beratung und eine genaue Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten unumgänglich. Trotz Mini-Zinsen bieten Aktien und Anlagen weiterhin keine Gewinngarantie.

Quellen: Focus, FAZ

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