Armutsbericht: Armutsqote kaum gesunken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.02.2016

Jedes Jahr veröffentlicht der Paritätische Wohlfahrtsverband einen Armutsbericht – 2016 in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden und Organisationen.  Die Autoren stellen wenig Verbesserungen im Vergleich zu älteren Berichten fest und machen sowohl regionale Unterschiede als auch Risikogruppen in der Bevölkerung aus. 

In seinem Armutsbericht „Zeit zu handeln. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016“ kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass die Armutsquote in Deutschland mit 15,4 Prozent auf recht hohem Niveau verharre.

Armutsbericht: Wenig Verbesserung trotz gutem Wirtschaftsjahr

Entsprechend einer EU-Definition gelten Menschen als arm, die über weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens verfügen. Diese Armut ist ungleich über Deutschland verteilt. So betrug die Quote 2014 in Bremen 24,1 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt 21,3 Prozent und in Berlin 20,0 Prozent. Unter dem bundesweiten Durchschnitt von 15,4 Prozent lagen dagegen die Bundesländer Hessen und Schleswig-Holstein mit 13,8 Prozent, Bayern mit 11,5 und Baden-Württemberg mit 11,4 Prozent.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband bemängelt in diesem Zusammenhang besonders, dass 2014 in Deutschland zwar ein gutes Wirtschaftsjahr gewesen sei, dies jedoch keinen erwähnenswerten Rückgang der Armutsquote mit sich gebracht habe – diese sei 2014 im Vergleich zu 2013 um lediglich 0,1 Prozentpunkte gesunken. 

Paritätischer Wohlfahrtsverband macht regionale Unterschiede und Risikogruppen aus

In Nordrhein-Westfalen beobachteten die Verfasser des Armutsberichtes einen Negativtrend: Hier stieg die Armutsquote um 0,4 Prozentpunkte. Nordrhein-Westfalen ist somit das Bundesland mit der negativsten Entwicklung – schon seit dem Jahr 2006, als die Quote bei 13,9 Prozent lag, nimmt diese beinahe ununterbrochen zu. Besonders im Ruhrgebiet ist die Armutsquote laut dem Bericht vergleichsweise hoch: Während sie beispielsweise in Bonn bei 13,4 Prozent lag, erreichten Bochum und Hagen 18,7 und Dortmund 22,0 Prozent.

Darüber hinaus machte der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem Armutsbericht mehrere Risikogruppen aus, die besonders häufig von Armut betroffen sind. So erreichte die Armutsquote bei Erwerbslosen 57,6 Prozent, bei Alleinerziehenden 41,9 Prozent. Zusätzlich sind demnach 26,7 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund und 30,8 Prozent der Menschen mit niedrigem Qualifikationsniveau von Armut betroffen. Unter den Familien mit drei oder mehr Kindern liegt die Quote bei 24,6 Prozent.

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