Ausländische Investoren verlieren Vertrauen in US-Wirtschaft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.07.2017

Der Amtseintritt von Donald Trump im Januar hat nicht nur in der Weltpolitik Spuren hinterlassen, sondern auch in seinem eigenen Land: Die Gesamtzahl ausländischer Direktinvestitionen ist im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum ersten Quartal 2016 um 83,6 Milliarden Dollar gesunken – und damit um nahezu 40 Prozent. Das berichtet das US-Statistikamt Bureau of Economic Analysis. Unternehmensvertreter machen dafür die Ankündigungen Trumps zur Wirtschaftspolitik verantwortlich.

Ausländische Investoren scheinen aus der geplanten Abschottungspolitik Donald Trumps schon jetzt Konsequenzen zu ziehen: Seit dessen Amtseinführung im Januar 2017 sind die Direktinvestitionen aus dem Ausland um insgesamt 83,6 Milliarden Dollar zurückgegangen. Das sind fast satte 40 Prozent im Vergleich zum erst Quartal 2016, so das Bureau of Economic Analysis, das amerikanische Statistikamt. Laut Industrieverbänden ist es die „America First“-Einstellung des neuen Präsidenten, welche die internationale Wirtschaft zögerlich agieren lässt.

Besonders deutsche Unternehmen sind wenig freigiebig

Gerade deutsche Firmen scheinen das Interesse an einem Investment in US-Unternehmen weitestgehend verloren zu haben. Sie steuerten immerhin nur noch 992 Millionen Dollar zur Schaffung von Produktionskapazitäten bei, während es im letzten Quartal 2016 noch 1,41 Milliarden mehr gewesen waren. Im dritten Quartal des letzten Jahres waren sogar noch mehr als fünf Milliarden Dollar über den Atlantik geflossen. Tatsächlich waren die Direktinvestitionen seit vier Jahren nicht mehr auf einem so niedrigen Niveau wie heute.

Fehlendes Bekenntnis zum Freihandel wird den USA zum Verhängnis

Stormy-Annika Mildner, der Abteilungsleiterin für Außenwirtschaftspolitik des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den Investitionsrückgängen und Donald Trumps Präsidentschaft:„Die neue US-Administration sorgt für Verunsicherung bei vielen Unternehmen in Deutschland.“ Dabei bereiten vor allem die Abschottungspläne der US-Regierung der internationalen Wirtschaft Sorgen. Von Strafzöllen ist die Rede. Trump nennt hierbei vor allem den deutschen Exportüberschuss immer wieder als eines der Kernprobleme. 

Die jüngsten Äußerungen des Präsidenten in Taormina auf Sizilien beim G7-Gipfel der sieben wichtigsten Industrienationen werden wohl ebenfalls nicht dazu beitragen, ausländische Unternehmen zu Investitionen zu bewegen. Denn hier stellte sich Trump erneut einer klaren Zusage zum internationalen Freihandel in den Weg. Die ersten finanziellen Konsequenzen sind bereits seit einigen Wochen spürbar: Von den politischen Unsicherheiten blieben zuletzt auch Dow Jones und US-Dollar nicht verschont.

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Quellen: Wirtschaftswoche, Zeit.de, Tagesschau.de

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