Autojahr 2018: Gemischte Gefühle und langer Weg für E-Autos

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.01.2018

Mit gemischten Gefühlen dürften die deutschen Autohersteller in das neue Jahr blicken. Zwar befindet sich der Absatz weltweit auf einem enorm hohen Niveau, doch einige Regionen machen den Unternehmen Sorgen. Zudem gibt es in Sachen Elektromobilität insbesondere in Deutschland viel aufzuholen. So ist die Ladeinfrastruktur noch immer mangelhaft und auch die Prämie für E-Autos kommt noch nicht richtig an.

Eigentlich läuft es für die Autobranche derzeit gut. Die Absätze sind auf einem Rekordniveau – und das sogar weltweit. Doch die kommenden Monate bereiten der Branche leichte Sorgen. Vor allem das Thema Elektromobilität will hierzulande nicht wirklich ins Rollen kommen. Nur 1,5 Prozent alle Fahrzeuge sind derzeit E-Mobile, die Tendenz sieht nicht besser aus. Und auch der bisher robuste US-Markt flaut langsam etwas ab.

Kaum Elektroautos in Deutschland

Wie weit kommt Deutschland in Sachen alternative Antriebe im Jahr 2018? Derzeit hilft die staatliche Prämie für die Autos kaum, obwohl die Bundesregierung ganze 600 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Nur rund ein Zehntel des Geldes wurde aber auch wirklich abgerufen. Aus Sicht des Autoexperten Christoph Stürmer von der Beratungsgesellschaft PWC sei das kaum verwunderlich: „Da muss man natürlich auch gucken, dass die Leute, die Neufahrzeuge kaufen, ja ohnehin nicht zum Kern-Ökosegment gehören. Ein Porschefahrer, der sich einen Sportwagen leistet und Spaß daran hat, dass der schön laut ist, ist im Moment noch nicht die Zielgruppe für Elektroantriebe.“

Andersherum würden umweltbewusste Verbraucher ebenfalls kein neues E-Auto kaufen, sondern eher auf Gebrauchte setzen – wenn überhaupt. Zudem besteht aus Sicht der Autofahrer noch immer die Sorge, mit den Elektroantrieben liegen zu bleiben. Zu klein sei die Infrastruktur an Ladensäulen. Hier ist die Politik in Augen von Autoexperte Stürmer gefordert: „Wir haben heute ein Miet- und Wohneigentumsrecht, das es in Deutschland so gut wie unmöglich macht, eine Ladestation zu installieren. Wir haben ein Steuerrecht, das es vielen Arbeitgebern so gut wie unmöglich macht, das Laden von Elektroautos am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Also es gibt einen ganzen Wald von Hindernissen und es liegt nicht nur im Fahrzeug begründet.“

US-Markt schwächelt

Unabhängig vom heimischen Elektromarkt schauen die Autobauer etwas besorgt nach Übersee. Zwar zeigt sich der US-Markt derzeit robust, im Dezember verlor er allerdings an Dynamik. Dafür könne es unter Umständen ein leichtes Plus in Europa geben.

Quelle: Deutschlandradio

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