BaFin verbietet riskante Differenzgeschäfte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.05.2017

Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin verbietet erstmals Geldprodukte zum Schutz der Verbraucher. Der Markt für komplexe Finanzwetten wird ab August 2017 für Privatanleger um einige CFDs kleiner. Von der Wertpapieraufsicht werden die Differenzgeschäfte mit einer Nachschusspflicht als unkalkulierbares Verlustrisiko eingeschätzt.  

Erstmals macht die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht von ihren Verbotsmöglichkeiten zum Verbraucherschutz Gebrauch. Die BaFin verbietet Differenzgeschäfte mit einer Nachschusspflicht ab August 2017 und schmälert den Markt für komplexe Finanzwetten somit um einige der riskanten CFDs. Laut Wertpapieraufsicht stellt diese ein für Privatanleger unkalkulierbares Verlustrisiko dar.

Ein Schritt im Namen des Verbraucherschutzes

Den gesetzlichen Auftrag des direkten Verbraucherschutzes erhielt die BaFin 2015 und plante seit Dezember letzten Jahres die Verbote von intransparenten und riskanten Finanzwetten. Jetzt wurde dieses Verbot von Bonitätsanleihen mit Nachschusspflicht in die Tat umgesetzt. Bei dieser können Anleger ein Vielfaches der Summe an Verlust erleiden, die sie an Kapital investiert haben.

Für die Chefin des BaFin-Ressorts für Wertpapieraufsicht hat damit eines der „brennendsten Themen im Verbraucherschutz einen großen Fortschritt erzielt“. Denn die größte Gefahr der Hebelprodukte liegt in der schlechten Möglichkeit abzuschätzen, wie hoch das eingegangene Risiko ausfällt.

Die riskanten Finanzwetten

Betroffen vom direkten Markteingriff durch die BaFin sind Finanzwetten, die Contracts of Differenz oder kurz CFDs. Dabei setzen Anleger auf die Entwicklung von Finanzkennzahlen wie Aktien, Währungen oder Rohstoffe.  Im Vergleich zu beispielsweise Direktinvestments ist der zu investierende Geldbetrag niedrig, die Anleger wetten gewissermaßen mit der Gegenseite des Differenzvertrags.

Die Produkte sind hochspekulativ und können in ihrer immensen Hebelwirkung den ganz großen Gewinn bringen - aber auch verheerende Verluste. Denn bei den Wetten besteht Nachschusspflicht und so muss beim Einsatz eines gewissen Betrages, und im Falle eines negativen Ausgangs der Spekulation, ein Vielfaches des Betrags aufgebracht werden.

Privatanleger, die sich bei den Risiken verschätzen, können sehr schnell sehr viel verlieren. Für Elisabeth Roegele, die Exekutivdirektorin der Aufsicht für Wertpapiere, ist das Verlustrisiko einfach zu intransparent. Erlaubt bleiben weiterhin die CFDs, die ohne Nachschusspflicht gehandelt werden.

Viele Anbieter haben bereits auf das Verbot reagiert und die Produkte vor Ende der Dreimonatsfrist aus dem Angebot genommen. Noch zu Anfang des Jahres hatte die Anbieterseite versucht, das Verbot abzuwenden und scheiterte schließlich.

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Quellen: Wirtschaftswoche, Handelsblatt

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