Beschwerden über falsche Anlageberatung rückläufig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.01.2015

Die Zahl der bei der Finanzaufsicht BaFin eingegangenen Beschwerden über fehlerhafte Anlageberatungen ist im vergangen Jahr um mehr als 37 Prozent zurückgegangen. Verbraucherschützer gehen dennoch nicht von einem Qualitätsanstieg bei der Anlageberatung aus.

Die Zahl der bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingegangenen Beschwerden ist im abgelaufenen Jahr deutlich zurückgegangen. 2014 wurde in 6.050 Fällen von Bankkunden Beschwerde über eine falsche Anlageberatung durch Finanzdienstleister, Banken oder Sparkassen eingereicht. Im Vorjahr lag die Zahl mit 9.720 Beschwerden noch deutlich darüber.

BaFin geht von Rückgang aufgrund besserer Marktentwicklung aus

Gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärte eine Sprecherin der BaFin den Rückgang damit, dass einige Themen im Jahr 2014 nicht mehr so aktuell gewesen seien wie im Vorjahr. Die BaFin registriert alle Beschwerden, egal ob legitim oder haltlos. So hatten sich 2013 zahlreiche Kunden an die BaFin gewandt, weil sie Investmentfonds-Anteile nicht zurückgeben konnten. Auch Beschwerden über die unbefriedigende Performance von Geldanlagen gingen nach der Einführung des Beschwerderegisters Ende 2012 häufig ein. Die bessere Marktentwicklung im vergangenen Jahr dürfte die Zahl derartiger Beschwerden reduziert haben.

Verbraucherschützer zweifeln an besserer Qualität der Anlageberatung

Ein weiterer Grund für die stark rückläufige Zahl der Beschwerden könnte auch sein, dass sich Banken und Sparkassen zunehmend aus der Wertpapierberatung zurückziehen. Börsennotierte Anlageprodukte werden mittlerweile verstärkt als Versicherung getarnt vertrieben, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des BaFin-Registers fallen. Verbraucherschützer gehen trotz der rückläufigen Zahl der Beschwerden nicht davon aus, dass sich die Qualität der Anlageberatung deutlich verbessert hat. „Falschberatung zeigt sich in den seltensten Fällen unmittelbar“, so Dorothea Mohn, Finanzexpertin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

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