BaFin-Maßnahmen sollen Immobilienblase verhindern

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.07.2015

Seit Jahren steigende Immobilienpreise schüren die Angst vor einer Überhitzung des Marktes. Ein Ausschuss des Bundesfinanzministeriums will der Finanzaufsichtsbehörde BaFin Eingriffe in die Baufinanzierung erlauben, um einer Immobilienblase entgegensteuern zu können. Die niedrigen Zinsen für Immobilienfinanzierungen bergen für Kreditnehmer auch Gefahren.

Die Befürchtung vieler Experten, dass es in Teilen Deutschlands zu einer gefährlichen Immobilienblase kommen könnte, wächst. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, fordert der Ausschuss für Finanzstabilität des Bundesfinanzministeriums (BMF) nun konkrete Maßnahmen, die einer Überhitzung des Immobilienmarkts vorbeugen sollen.

Größerer Einfluss der BaFin soll Immobilienblase verhindern

Der Ausschuss schlägt vor, bis Ende 2016 Rechtsgrundlagen zu schaffen, die der Finanzdienstleistungsaufsichtsbehörde BaFin weitere Eingriffsrechte in den Immobilienmarkt ermöglicht. Denkbar sei beispielsweise eine vorgeschriebene Mindesthöhe des einzubringenden Eigenkapitals, wenn Wohnungen oder Häuser mithilfe von Fremdkapital finanziert würden. Auch Mindesttilgungsraten für Baufinanzierungen halten die Stabilitätsbeauftragten für möglich. Auf diese Weise könne die Gefährdung der Finanzstabilität aus einer übermäßigen Verschuldung und aus Preisblasen am Immobilienmarkt reduziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des BMF.

Aktuelle keine konkrete Gefahr einer Immobilienblase

Der Ausschuss betont allerdings, dass es sich bei dieser Empfehlung an die Bundesregierung um eine präventive Maßnahme handele, ein konkreter Anwendungsbedarf werde derzeit nicht gesehen. Zwar warnte die Bundesbank schon vor Monaten vor einer möglichen Immobilienblase, zuletzt hatte die Entwicklung der Immobilienpreise allerdings an Fahrt verloren. „Wir müssen vorbereitet und handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt, wenn also Risiken akut werden. Noch sind wir allerdings nicht im Handlungsmodus“, wird BaFin-Präsident Felix Hufeld in der Pressemitteilung des Finanzministeriums zitiert.

Niedrige Zinsen bergen Gefahren für Verbraucher

Das niedrige Zinsniveau hatte viele Anleger dazu gebracht, in Immobilen zu investieren und so zu dem Anstieg der Immobilienpreise beigetragen. „Die Zahlen zeigen, die private Altersvorsorge findet heute überproportional im Wohnungseigentum statt“, sagte Martin Kaßler, Geschäftsführer des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter dem „Manager Magazin“. Die günstigen Immobilienfinanzierungen bergen allerdings auch Gefahren für Verbraucher. Sollte es zu einem Anstieg der Zinsen während der häufig jahrzehntelangen Laufzeit einer Immobilienfinanzierung kommen, besteht die Gefahr, dass Immobilienbesitzer bei der Rückzahlung in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die Immobilienpreise bei steigenden Zinsen fallen. Dies würde Notverkäufe von in finanzielle Schieflage geratenen Immobilienbesitzern zusätzlich erschweren.

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