Bahnchef prophezeit das Ende der Papier-Fahrkarte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.05.2017

Für Richard Lutz, den Chef der Deutschen Bahn, zählt die Papierfahrkarte zu den Auslaufmodellen. Ein digitales System könnte die klassischen Tickets künftig ablösen und die Fahrtstrecke mithilfe einer App erkennen. Das Projekt, das sich noch im Versuchsstadium befindet, soll die Position des Reisenden feststellen und abrechnen. Auch in Sicherheitsfragen soll es eine Offensive geben.

 

Bei der deutschen Bahn wird es künftig weit digitaler und sicherer zugehen. Richard Lutz, der Chef der Deutschen Bahn, sieht in der klassisch papierenen Fahrkarte ein Produkt der Vergangenheit. In Zukunft könnte eine App auf dem Handy der Passagiere als digitales Ticket dienen. Das System befindet sich noch im Versuchsstadium und soll Fahrtstrecke sowie Preise berechnen können. In drängenden Fragen der Sicherheit steht eine offensive Vorgehensweise an.

Digitales Ticketing für die Zukunft

Mit dem Ärger vor den Ticketautomaten Deutschlands könnte bald Schluss sein. Die Bahn plant zukünftig das digitale Ticketing für ihre Passagiere: „Der Zug kann dann über das Handy eines Passagiers erkennen, dass er eingestiegen ist“, spezifizierte Bahnchef Richard Lutz vor einigen Tagen die Pläne. Dank der bestehenden WLAN-Infrastruktur sieht er das Potenzial zur Veränderung: „Je nachdem, wo er aussteigt, wird die Fahrt automatisch abgerechnet werden.“. Obwohl das geplante Ticketing noch im Versuchsstadium ist, glaubt Lutz, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren voranschreiten wird. Papier-Tickets für die Bahn soll es dann nicht mehr geben. 

Eine weitere Ankündigung betraf mit den unpünktlichen Fahrzeiten des Verkehrsunternehmens eines der typischsten Ärgernisse der Bahnkunden. Laut Lutz fuhren die Bahnen in den ersten vier Monaten des Jahres zu 83 Prozent pünktlich, im letzten Jahr war dies nur bei 79 Prozent der Fall. Für die Anschlüsse der Kunden hätte dies natürlich positive Auswirkungen - immerhin 90 Prozent der Fahrgäste erreichten den Anschlusszug problemlos. Im Nahverkehr sei die Pünktlichkeit mit einem Wert von 95,3 Prozent noch besser. Diese sei, angesichts von Konkurrenz wie Mitfahrgelegenheiten, ebenso wichtig wie eine beständige Preispolitik.

Mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Am Freitagabend sorgte ein weltweiter Hackerangriff für Aufregung. Das Cyber-Security-Team und Systeme zur Früherkennung ließen laut Lutz eine bestmögliche Vorbereitung auf solche Bedrohungen zu: „Die Sicherheit des Bahnverkehrs war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.“. Neben dem digitalen Ticketing kündigte er eine Sicherheitsoffensive an. So werde die Videoüberwachung an den Bahnhöfen massiv ausgebaut: „Bis Ende 2017 werden wir zusätzlich zu dem bereits geplanten Etat weitere zehn Millionen Euro investieren, um mehr als 1.000 Bahnhöfe mit 7.000 zusätzlichen Kameras auszustatten.“ Noch in diesem Jahr sollen 40 Bahnhöfe, darunter einige große Hauptbahnhöfe wie in Hamburg, Düsseldorf oder Dortmund, mit modernster Videotechnik ausgestattet werden. 

Weitere Meldungen im Überblick

  • Neues Rekordhoch: Zum Wochenstart knackt der DAX die 12.800er Marke und damit ein neues Rekordhoch. Für den deutschen Leitindex geht es zunehmend auf 13.000 Punkte zu.
  • Griechisches Sparpaket: Der griechische Finanzminister Tsakalotos hat dem Parlament ein 4,9 Milliarden Euro-Sparprogramm vorgelegt. Diese Maßnahme gegen die Staatsverschuldung wäre Voraussetzung für mehr Hilfen durch Gläubiger und sieht vorrangig Kürzungen in Mittelschicht und Renten vor.
  • Ölpreis steigt: Saudi-Arabien und Russland verlängern ihre Abkommen über geringe Fördermengen und verknappen damit das Öl-Angebot. Die beiden wichtigsten Förderländer treiben so den Preis deutlich in die Höhe.

Quellen: Handelsblatt, Spiegel, Welt

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