365 Tage Bahn für 365 Euro?

Zuletzt aktualisiert am 09.09.2019

Mit einem Euro pro Tag unterwegs: Das schlägt aktuell die SPD für Berufspendler vor. Ein Jahresticket für die Deutsche Bahn soll demnach nur noch 365 Euro kosten. Im Gegensatz zu den aktuellen Preisen wäre das eine drastische Ersparnis.

Der Hintergrund ist unter anderem, dass die Menschen vom Auto vermehrt auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen sollen. Doch Kritiker werfen der SPD vor, dass sie nicht alle Eventualitäten bedenkt.

365 Euro Ticket testweise im Einsatz

Zug und Bus statt Auto: Diese Devise verfolgt die SPD durch ihren aktuellen Vorschlag eines Jahrestickets von 365 Euro. Nach dem Vorbild der österreichischen Stadt Wien sollen demnach Fahrten für umgerechnet einen Euro pro Tag möglich sein. Vor allem Pendler sollen profitieren und je nach Wohnort bis zu 50 Prozent des bisherigen Preises für eine Jahreskarte einsparen. Dadurch sollen mehr Menschen den Bus oder Zug dem Auto vorziehen.

Im Einsatz sind die Tickets bereits testweise in Bonn und Reutlingen. Problem: Hinter dem Pilotprojekt steckt eine hohe Förderung. Läuft diese aus, sind starke Preiserhöhungen unvermeidbar. Trotzdem überlegen auch Städte wie Dresden, Leipzig und Hamburg die Einführung eines Tickets. In Teilen Hessens ist das 365 Euro Ticket immerhin für Schüler und Azubis verfügbar.

Bequemlichkeit auch ein Faktor

Kritiker werfen jedoch in den Raum, dass viele Pendler aus Bequemlichkeit trotz günstiger Bahntickets dennoch das Auto nutzen werden. Zwar ist der Kostenfaktor für die tägliche Fahrt ins Büro nicht unerheblich, allerdings nicht der alleinige Grund für die Wahl des Autos. Der Wunsch der SPD, dass alle Bürger problemlos öffentlich von A nach B kommen – ob in der Stadt oder auf dem Land – kann außerdem nicht in allen Gebieten bedient werden. Immerhin ist das Flächennetz auf dem Land weniger stark ausgebaut, Busse fahren zu selten und nicht immer zu den für Pendler passenden Zeiten.

Aus diesem Grund legt die CDU ihren Fokus weniger auf günstige Tickets, sondern auf den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. So sollen beispielsweise die diesbezüglichen, finanziellen Mittel für die Kommunen verdreifacht werden. Ob durch günstige Bahntickets und mehr Verbindungen aber tatsächlich mehr Pendler auf die Öffis setzen, bleibt abzuwarten.

Quelle: t-online.de

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