Banken erheben immer öfter Kontoführungsgebühren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.05.2015

Aufgrund der anhaltend niedrigen Einlagenzinsen und der schrumpfenden Renditen auf Staatsanleihen sehen sich immer mehr Banken gezwungen, Kontoführungsgebühren zu erheben. Auch die klassische Überweisung per Überweisungsformular ist zunehmend kostenpflichtig. Laut aktuellen Medienberichten stehen besonders Sparkassen und Volksbanken unter Druck.

Banken, deren Kerngeschäft Spar- und Kontoangebote für Privatkunden sind, haben es zunehmend schwer, wirtschaftlich zu arbeiten. Nachdem verschiedene Banken bereits seit Beginn des Jahres versuchen, Kosten zu reduzieren, indem sie Kunden zum Online-Banking motivieren, müssen nun offenbar weitere Schritte eingeleitet werden. Immer mehr Banken verlangen laut einem Bericht des „Handelsblatts“ Kontoführungsgebühren. Auch Transaktionen per Überweisungsformular sind zunehmend mit Gebühren verbunden.

Comeback der Kontoführungsgebühren

Eine aktuelle Umfrage der Beratungsfirma Kampmann, Berg & Partner, die der Wirtschaftszeitung vorliegt, ergab, dass mehr als drei Viertel der Deutschen etwas für ihr Girokonto zahlen. Kontoführungsgebühren und Servicegebühren, beispielsweise für schriftliche Transaktionen per Überweisungsformular sind also keine Seltenheit. Während Direktbanken ohne Filialnetz Papierüberweisungen – sofern überhaupt möglich – grundsätzlich kostenpflichtig anbieten, aber in der Regel keine Kontoführungsgebühren berechnen, sieht es bei Filialbanken anders aus. Insbesondere Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben aufgrund ihres Geschäftsmodells zunehmend Probleme – sie bieten persönlichen, umfangreichen Service und verzichten gleichzeitig auf riskante Anlagegeschäfte.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Einlagezinsen und den sinkenden Renditen auf dem Anleihenmarkt, der durch das Kaufprogramm der EZB aus dem Lot gebracht wurde, suchen diese Geldinstitute nach alternativen Einnahmequellen. Durch Kontoführungsgebühren und andere Servicegebühren kann dies erreicht werden. „Man kann davon ausgehen, dass etliche Banken die Gebühren erhöhen werden. Bankleistungen kosten eben – und wegen der niedrigen Zinsen können Banken die Konten auch nicht mehr quer subventionieren“, sagt Martin Faust, Bankenprofessor an der Frankfurt School of Finance & Management.

Kontoführungs- und Überweisungsgebühren kein grundsätzliches Problem

Die Umfrage des Beratungsunternehmens zeigte jedoch auch, dass zwei Drittel der Befragten, die für ihr Konto bezahlen, mit den Leistungen insgesamt zufrieden sind. Wenn die Qualität stimmt, sind Bankkunden also durchaus auch bereit Kontoführungsgebühren zu zahlen. Wer sich bewusst für ein Konto bei einer Direktbank entscheidet, wird sich wiederum kaum durch Gebühren stören lassen, die beim Einsatz von Überweisungsformularen berechnet werden. Bankkunden sollten jedoch bei einem Girokonto-Vergleich bewusst machen, welcher Kontotyp für sie passend ist. Wer Wert auf eine persönliche Beratung vor Ort legt, sollte Kontoführungsgebühren nicht kategorisch ausschließen. Wer kaum Serviceleistungen in Anspruch nehmen möchte, kann bei einer günstigen Direktbank gut aufgehoben sein. Da momentan zahlreiche Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Leistungs- und Kostenstrukturen anpassen, kann es für Verbraucher sinnvoll sein, genau hinzusehen. Führt eine Bank neue Gebühren ein, die nicht mit dem Nutzungsverhalten des Kunden vereinbar sind, kann ein Kontowechsel sinnvoll sein.

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