Banken halten an hohen Überziehungszinsen fest

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.12.2015

Trotz weiterhin niedrigem Zinsniveau und erhöhtem Strafzins für Banken, die nicht benötigtes Geld bei der EZB parken, halten viele Geldinstitute an ihren sehr hohen Überziehungszinsen fest. Der Genossenschaftsverband Bayern sieht darin auch eine erzieherische Maßnahme. Zudem würden Kontoüberziehungen für die Geldinstitute einen kostspieligen Mehraufwand darstellen.

Trotz der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche, den Leitzins weiterhin auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen und den Strafzins für Einlagen sogar zu erhöhen, müssen viele Verbraucher weiterhin gleichbleibend hohe Überziehungszinsen bei Ihrem Girokonto hinnehmen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, werden Verbraucher bei Kontoüberziehungen weiterhin kräftig zur Kasse gebeten. In der Spitze liegen die Dispozinsen trotz Zinstief bei bis zu 16 Prozent. Überziehungszinsen für eine Kontoüberziehung über den Disporahmen hinaus fallen in der Regel noch höher aus als Dispozinsen.

Banken sehen keinen Anlass zur Senkung der Überziehungszinsen

Der Genossenschaftsverband Bayern als Dachorganisation der Volks- und Raiffeisenbanken sieht keinen Grund dafür, die Zinsen an das niedrige allgemeine Zinsniveau anzupassen: „Wir haben kein Interesse daran, Konten in dem Bereich der Überziehungszinsen zu führen“, so Vorstandsmitglied Jürgen Gros gegenüber der „FAZ“. Überzogene Konten würden für die Geldinstitute nämlich einen erheblichen aufsichtsrechtlichen Aufwand bedeuten, der mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Der Genossenschaftsverbands-Vorstand sieht in den hohen Überziehungszinsen sogar einen Vorteil für Bankkunden, denn: „Es sollte auch im Sinne des Verbrauchers sein, in diese Regionen nicht hineinzukommen.“ Betroffenen Kunden würde allerdings zeitnah angeboten, die Dispo-Nutzung durch einen günstigeren Kredit abzulösen.

Verbraucherschützer: Mangelnde Transparenz bei Dispo- und Überziehungszinsen

Während Gros also eine erzieherische Wirkung in hohen Überziehungszinsen sieht, bemängeln Verbraucherschützer bereits seit geraumer Zeit nicht nur ihre Höhe, sondern auch die mangelnde Transparenz der Konditionen für die Kontoüberziehung. Für viele der im Genossenschaftsverband Bayern organisierten Volks- und Raiffeisenbanken ist die Höhe der Überziehungszinsen nicht im Internet abrufbar. Kunden würden laut Gros allerdings bei der Kontoeröffnung auf die Konditionen für Dispo-Nutzung und Überziehungen, die darüber hinausgehen, hingewiesen. Zudem würden die Zinssätze auf den Kontoauszügen angegeben. Die hohen Dispo- und Überziehungszinsen würden ohnehin einen verschwindend geringen Teil der Bankkunden treffen. Bei den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken lägen Kontoüberziehungen im unteren einstelligen Prozentbereich: Es gehöre laut Gros nicht zum Wesen des deutschen Bankkunden, sein Konto zu überziehen.

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