Banken-Irrtum machte Trader zum Multi-Millionär

Zuletzt aktualisiert am 10.07.2017

Eine Bankpanne machte den selbstständigen Wertpapierhändler Armin S. zumindest auf dem Papier zum Multi-Millionär. Vor zwei Jahren kaufte der Trader 3.000 nicht näher spezifizierte Zertifikate mit dem kryptischen Namen „AA2GDQ“, die aufgrund eines Fehlers ihren Wert von 108 auf 54.000 Euro vervielfachten. Seinen plötzlichen Reichtum von 163 Millionen konnte er nicht genießen, die Bank weigerte sich zu zahlen. Nun entscheidet ein Frankfurter Gericht über den „Mistrade“.

Dem freien Trader Armins S. verschafften 3.000 Stück des nicht näher spezifizierte Zertifikats „AA2GDQ“ vor zwei Jahren einen wahren Geldsegen. Doch seine Bank wollte die Summe von 163 Millionen Euro nicht zahlen, der Reichtum resultiere aus einem sogenannten „Mistrade“. Aufgrund eines Fehlers vervielfachte sich der Wert pro Stück von 108 auf 54.000 Euro. Nun soll ein Frankfurter Gericht über den Multi-Millionen-Irrtum entscheiden.

Plötzlich reich

Als freier Trader handelt Armin S, ehemaliger Mitarbeiter der Citibank, mit Zertifikaten, also strukturierten Wertpapieren. An einem Freitag vor zwei Jahren schloss er in diesem Zusammenhang einen ungewöhnlichen Deal ab, den jetzt das Landesgericht Frankfurt klären soll. Das Handelssystem gab das fragliche Zertifikat „AA2GDQ“ mit einem Preis von 108 Euro an und der Wertpapierhändler griff 3.000 Mal zu. Nach dem Wochenende hatte sich der Preis auf 54.000 Euro erhöht und Armin S. konnte seinen überraschenden Geldsegen von 163 Millionen Euro mit einem Screenshot dokumentieren.

Hinter der Sache soll jedoch ein Fehler stecken, das Zertifikat kostet sowohl am Montag als auch beim freitäglichen Kauf 54.000 Euro. Bei dem zu niedrig angegeben Wert soll es sich um eine falsche Eintragung ins System handeln. Solche „Mistrades“ gibt es im Handel öfter, jedoch ist der Zeitpunkt ihrer Korrektur entscheidend. Laut Bericht hätte die Bank den Vorfall bis um 11 Uhr am Montagmorgen melden müssen. Der Trader forderte seine Millionen ein – die Bank weigerte sich zu zahlen.

Eine Frage der Frist

Bei dem Kreditinstitut soll es sich um die Großbank BNP Paribas handeln, die sich auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern wollte. Für den Prozess wird jetzt vor allem die Frist-Frage interessant. Bei der Deutschen Börse heißt es dazu, dass bestimmte Fristen gelten, innerhalb derer Fehler im Zertifikate-Handel gemeldet werden müssen. Jeder a Broker vereinbart mit dem Emittenten des Wertpapiers eigene Regeln für „Mistrades“. Bei BNP Paribas sollten diese bis 11 Uhr des nächsten Börsentages geltend gemacht werden, sobald es um mehr als 20.000 Euro ginge. Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte dazu, dass es immer wieder Mistrades gebe, ein Fall von 163 Millionen Euro jedoch Neuland sei.

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Quellen: FAZ, Focus

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