Bankenpannen häufen sich (nicht nur) bei Comdirect

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2019

Kein Zugang zum Börsenhandel: Diese Panne bescherte Comdirect am Mittwochmorgen erneut Probleme. Nach Login-Schwierigkeiten und falschen Kontoständen ist es schon der dritte größere Fauxpas seit Juli dieses Jahres – und zum aktuellen Zeitpunkt besonders peinlich.

Doch nicht nur die Commerzbank-Tochter ist betroffen: An die 500 Störungen wurden von Banken in den letzten beiden Jahren gemeldet. Bankkunden dürfte die Tatsache beruhigen, dass es laut Experten aber nichts mit ansteigender Hacker-Kriminalität zu tun hat.

Kein Zugriff auf Orders möglich

Am vergangenen Mittwoch war die Comdirect Bank, Tochter der Commerzbank, erneut von einer Panne betroffen. Von den Morgenstunden bis kurz vor 12 Uhr am Mittag konnten Nutzer weitestgehend nicht auf den Wertpapierhandel zugreifen. Bis auf den so genannten, risikoreichen außerbörslichen CFD-Handel war kein Börsenplatz erreichbar. Es konnten weder aufgegebene Orders gestrichen noch automatisierte Verkaufsanweisungen eingerichtet oder geändert werden. Für Comdirect ist es bereits die dritte größere Panne seit Anfang Juli.

Zunächst waren Anmeldeprobleme im Onlinebanking bekannt, anschließend stimmte bei vielen Kunden Ende Juli der Kontostand nicht mit den echten Zahlen überein. Während einige den Schock eines plötzlichen, tiefen Minus auf dem Girokonto verarbeiten mussten, schienen andere plötzlich einen reichen Geldsegen erhalten zu haben. Tatsächlich handelte es sich aber um Einblicke in fremde Konten.

Auch andere Banken von Pannen nicht verschont

Zwar ist bei Weitem nicht nur die Comdirect von Pannen betroffen, wie der Bafin-Experte, Jens Obermöller, berichtet. Für die Tochter der Commerzbank ist es aber derzeit besonders peinlich, da sie künftig mit dem Mutterkonzern verschmelzen soll – und dieser den Börsenhandel samt Depot bei Comdirect gegenüber seinen Kunden lobend herausgestellt hat. Dass gerade dieser nun ausgefallen ist, dürfte den beiden Banken wenig schmecken.

Insgesamt sind in den letzten beiden Jahren fast 500 IT-Fälle durch Banken gemeldet worden, unter anderem auch von der DKB, der Deutschen Bank und der Postbank. Mit Ausfällen musste weiterhin jüngst bei der Münchner Fidor-Bank gerechnet werden. Obermöller beruhigt: Die meisten IT-Pannen sind auf hausinterne Probleme der Banken und nicht auf vermehrte Hackerangriffe zurückzuführen. Auch waren die Auswirkungen der letzten Störungen glücklicherweise gering.

Quelle: handelsblatt.com

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