Bankensterben: Deutlich weniger Filialen bis 2025

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.01.2016

Insbesondere auf dem Land schließen Banken aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr Filialen. Für Kunden, die ihre Bankgeschäfte nicht online erledigen möchten, bieten die Institute Alternativen zur Zweigstelle vor Ort. Diese sind allerdings in vielen Fällen deutlich weniger komfortabel als der einstige Gang zur Bankfiliale.

Das Netz an Filialen der Banken und Sparkassen in Deutschland wird zunehmend dünner. Angesichts sinkender Gewinne und gestiegener Kosten sehen sich zahlreiche Kreditinstitute gezwungen, den Rotstift anzusetzen. Gespart werden soll laut einem Bericht der „Welt“ vor allem durch Filialschließung und der Streichung von Stellen im Privatkundengeschäft.

11.000 Filialen droht Schließung bis 2025

Demzufolge geht die Unternehmensberatung Bain & Company davon aus, dass in den kommenden zehn Jahren etwa 125.000 Stellen von Bankberatern wegbrechen könnten. Insgesamt stünden 11.000 Filialen vor dem Aus. Die Prognose der staatlichen KfW-Förderbank reicht noch zehn Jahre weiter: Bis zum Jahr 2035 könnten ihrer Einschätzung nach bundesweit 14.600 Filialen von Banken und Sparkassen geschlossen werden. Dadurch wäre eine Senkung der momentanen Kosten um etwa 30 Prozent, respektive 25 Milliarden Euro, möglich.

Besonders stark von Filialschließungen sind ländliche Regionen in Flächenländern wie zum Beispiel Bayern betroffen. Hier müssen sich Kunden, die ihre Bankgeschäfte in der Bankfiliale erledigen wollen, künftig wohl auf weitere Wege einstellen. Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg etwa schließt 20 ihrer insgesamt 75 Filialen.

Online-Banking macht Filialen zunehmend unrentabel

Da immer mehr Kunden alltägliche Bankgeschäfte wie Überweisungen vom Girokonto online erledigen, wird der kostenintensive Unterhalt der Filialen zunehmend unrentabel. „Die Kundenfrequenz in der Filiale hat deutlich abgenommen“, sagte Karl Novotny, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neumarkt in der Oberpfalz, der „Welt“. Ihm zufolge würde ein durchschnittlicher Sparkassenkunde jährlich 192 Mal die App für seine Bankgeschäfte nutzen und 108 Mal die Onlineplattform. Am Geldautomaten sei er im Schnitt 24 Mal jährlich anzutreffen, einen persönlichen Termin mit einem Berater in der Bankfiliale gebe es hingegen nur noch einmal pro Jahr.

Mobile Filialen ermöglichen Bankgeschäfte offline

Um Kunden zu halten, die Ihre Bankgeschäfte nicht online erledigen wollen, setzen die Institute auf verschiedene Strategien. So nutzt die Sparkasse Schweinfurt beispielsweise gepanzerte Busse als mobile Filialen in der bayrischen Provinz. Kunden müssen mit der Einschränkung leben, dass ihre Bankfiliale somit nur noch an einzelnen Tagen zu bestimmten Zeiten verfügbar ist. „Die Sparkassen achten darauf, dass die Versorgung auch in ländlichen Regionen weiterhin flächendeckend gewährleistet ist. SB-Terminals, Bargeldservice nach Hause, Freikuverts für Überweisungen, Erstattung von Bustickets zur nächsten erreichbaren Geschäftsstelle gehören dabei zu den Maßnahmen der Institute in Bayern“ sagte die Pressesprecherin des Sparkassenverbands Bayern, Eva Mang.

Andere Institute wollen sich dem Trend zur Schließung von Filialen offenbar nicht anschließen. So erklärte Werner Braun, Bereichsvorstand für Privatkunden Region Süd bei der Commerzbank: „Massenschließungen wird es bei der Commerzbank in Bayern nicht geben. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass Bankkunden viel mehr als Apps wollen.“ Die Commerzbank setzt vor allem auf die Verknüpfung von persönlicher Beratung und digitalisiertem Banking. Kunden können seit November Bankgeschäfte auch per Text-, Audio- und Videochat erledigen.

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