Bankenverband: Keine Negativzinsen auf Sparkonten?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.04.2016

Laut Bankenverband ist es unwahrscheinlich, dass Kreditinstitute Negativzinsen für die Ersparnisse von Privatkunden einführen. Was für Geschäftskunden bereits teilweise gilt, wird bei Privatkunden durch den brancheninternen Wettbewerb verhindert. Die Bundesbank teilt diese Ansicht allerding nicht. Sie hält Negativzinsen auch für private Spare möglich.

Der Bankenverband geht nicht davon aus, dass künftig Negativzinsen für die Einlagen von Privatkunden anfallen werden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, erklärte Michael Kemmer, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, im Morgenmagazin des ZDF.

Bankenverband: Wettbewerb der Banken entlastet Kunden

Seine Prognose bezüglich der Negativzinsen für private Guthaben begründet Kemmer vor allem mit dem herrschenden Wettbewerb der Banken untereinander. Dadurch sei es unwahrscheinlich, dass Sparern für ihre Geldanlage Negativzinsen aufgebürdet würden. Letztlich sei es aber eine geschäftspolitische Entscheidung, die von jeder Bank selbst getroffen werden müsse. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) kürzlich ihren Leitzins auf Null gesenkt und die Strafzinsen für Einlagen von Banken weiter erhöht hat, wird es für die Geldhäuser immer schwerer, ausreichende Erträge zu erzielen, ohne die Negativzinsen direkt an die Kunden weiterzugeben. Kemmer geht davon aus, dass die Kreditinstitute durch die Schließung von Filialen versuchen werden, ihre Kosten zu senken. Außerdem könnten sie Gebühren für ihre Dienstleistungen erheben. Auch hier sieht der Bankenverband-Chef die Höhe jedoch durch die Konkurrenz der Banken untereinander begrenzt. Kemmer nennt allerdings auch einen positiven Aspekt zur Lage der Banken: Durch die gute Konjunktur ist ihre Belastung durch Kreditausfälle aktuell nur gering.

Bundesbank hält Negativzinsen für vorstellbar

Bei der Bundesbank hält man es hingegen durchaus für möglich, dass Negativzinsen in Zukunft auch für Privatkunden anfallen werden. Vorstand Andreas Dombret erklärte im Gespräch mit dem „Spiegel“: „Die Banken und Sparkassen, mit denen ich spreche, wollen eigentlich alles tun, um das zu vermeiden. Aber je länger das gegenwärtige Zinsumfeld Bestand hat, desto höher steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass man die Negativzinsen vielleicht doch weitergeben muss.“ Die Bundesbank mache den Kreditinstituten diesbezüglich aber keine Vorschriften.

Aktuelle Finanznews

Immer mehr Beschäftigte arbeiten in Teilzeit
Immer mehr Beschäftigte arbeiten in Teilzeit
In den letzten zwanzig Jahren ist die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hierzulande von rund 25,9 Millionen auf 24 Millionen gesunken. Gleichzeitig steigt die Teilzeitquote deutlich an: 1996 waren rund 8,3...
Deutsche Bank überrascht mit positiver Quartalsbilanz
Deutsche Bank überrascht mit positiver Quartalsbilanz
Gute Nachrichten für Vorstandschef John Cryan: Die Deutsche Bank ist besser ins Jahr 2017 gestartet, als zunächst vermutet wurde. Vor Abzug der Steuern kam das Geldhaus auf ein Ergebnis von 878 Millionen...
IW Studie: Mieten steigen immer schneller an
IW Studie: Mieten steigen immer schneller an
Seit Einführung der Mietpreisbremse Mitte 2015 sind die Wohnungsmieten in den deutschen Großstädten in der Regel noch schneller gestiegen als zuvor. Wie wirkungslos die Mietpreisbremse ist, geht aus einer...

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und Amazon-Gutschein gewinnen!