Bankgebühren für Privatkunden gestiegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.08.2016

Die Bankgebühren für Privatkunden sind bei vielen Geldinstituten in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der FMH-Finanzberatung. Die Banken haben die Kontoführungsgebühren sowie vor allem die Gebühren für andere Dienstleistungen wie Überweisungen oder Kreditkarten erhöht.

Bankgebühren sind in der Niedrigzinsphase nichts Ungewöhnliches mehr: Kontoführungsgebühren oder zusätzliche Entgelte für die Nutzung einer Kreditkarte – das gehört für viele private Bankkunden mittlerweile zum Alltag. Wie eine Auswertung der FMH-Finanzberatung jetzt zeigt, haben jedoch viele Geldinstitute diese Gebühren in den letzten zwölf Monaten erhöht und zum Teil auch neue Gebühren eingeführt.

Hypothekenzinsen sinken, Bankgebühren steigen

Während die Hypothekenzinsen für Baufinanzierungen laut der FMH-Finanzberatung weiterhin sinken, sind bei vielen Geldinstituten die Bankgebühren gestiegen, wie die „Augsburger  Allgemeine“. Der Hintergrund für die Erhöhung der Bankgebühren dürfte die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sein. Da die Banken Negativzinsen nicht direkt an Privatkunden weitergeben wollen, gehen Experten davon aus, dass steigende Gebühren die Verluste ausgleichen sollen. FMH hat ein Jahr lang die Konditionen für Kontoführung, Kreditkartennutzung und weitere Dienste bei 61 Banken beobachtet.

Kreditkarten- und Kontoführungsgebühren: Vergleich lohnt sich

Bis Ende Juli 2016 haben laut der FMH-Auswertung sechs Geldinstitute ihre Kontoführungsgebühren erhöht. Insgesamt erheben demnach 28 der untersuchten Banken Kontoführungsgebühren zwischen 2,00 und 14,90 Euro pro Monat. Noch häufiger zu beobachten waren laut FMH in den letzten zwölf Monaten Erhöhungen für andere Bankdienste: 19 Banken erhöhten die Jahresgebühren für Kreditkarten, die meisten um vier bis zehn Euro. Überhaupt keine Jahresgebühr für die Kreditkarte zahlen private Bankkunden nur bei 25 der untersuchten Banken. Sieben Banken erhoben im Untersuchungszeitraum erstmals Zusatzgebühren für EC-Karten. Je nachdem, welche Dienste Bankkunden besonders stark nutzen, lohnt sich also ein Vergleich der Konditionen für Girokonten mehr denn je. Ab dem 18. September 2016 sind die Banken verpflichtet, ihren Kunden einen erweiterten Service zum Girokontowechsel anzubieten.

Banking am Terminal mitunter gebührenpflichtig

Sieben Banken hoben laut FMH im Untersuchungszeitraum außerdem die Gebühren für Überweisungen per Formular auf Papier an. Auch die Nutzung der Selbstbedienungsterminals in den Bankfilialen ist nicht mehr bei jedem Geldhaus kostenlos. Fünf der untersuchten Banken erheben dafür hierfür inzwischen eine Gebühr. Frank-Christian Pauli, Finanzexperte des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, kritisiert die immer komplexeren Entgeltmodelle der Institute. „Für Verbraucher wird es zunehmend schwierig, die Gebühren zu durchschauen.“

Quelle: Augsburger Allgemeine

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