Bankgeschäfte günstiger mit Blockchain-Technologie

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.10.2016

Die Blockchain-Technologie ist derzeit das Thema der Stunde in der Finanz- und Versicherungsbranche. Nahezu alle großen Banken und Versicherungskonzerne arbeiten derzeit an der Zukunftstechnologie, die Verträge digitalisieren soll. Und durch diesen „Smart Contract“ könnten auch Verbraucher bei Bankgeschäften Geld sparen.

Die sogenannte Blockchain-Technologie könnte Banken und Versicherungen – und damit im Idealfall auch deren Kunden – künftig Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen. Dies haben Experten der Unternehmensberatung Capgemini errechnet. Demnach könnten Verbraucher jährlich bis zu 450 Euro an Kosten für Versicherungs- und Bankgeschäfte sparen, wenn die Anbieter zur Abwicklung von Verträgen die Blockchain-Technologie einsetzen würden.

Blockchain-Technologie bereits kurz vor Marktreife

Die Unternehmensberater gehen davon aus, dass mit solchen sogenannten „Smart Contracts“ Gebührensenkungen von elf bis 22 Prozent möglich sein werden, beispielsweise bei Hypothekenverträgen oder den derzeit auf breiter Front eingeführten Kontoführungsgebühren für das Girokonto. Ab 2020 soll die zugrundeliegende Blockchain-Technologie nach Einschätzung der Capgemini-Experten auf dem breiten Markt einsatzbereit sein. „Mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Distributed-Ledger-Technologie das gesamte Vertragswesen revolutionieren kann, und dies auch tun wird. Die Risiken werden geringer, die Kosten sinken und die Effizienz wird steigen“, so die Einschätzung von Stefan Huch, Leiter Payments & Blockchain bei Capgemini Consulting.

Smart Contracts: Digitalisierte und automatisierte Verträge

Derzeit arbeiten zahlreiche große Finanz- und Versicherungskonzerne an der hochkomplexen Technologie. Blockchain, in Fachkreisen Distributed-Ledger-Technologie (DLT) genannt, ermöglicht den extrem schnellen und überprüfbaren Austausch von Datensätzen. Mit der Blockchain-Technologie werden Vertragsvereinbarungen nicht mehr auf Papier festgehalten, sondern in einer Art Programm, dem Smart Contract. Dieser smarte Vertrag ermöglicht es dann, Bankgeschäfte zu automatisieren. So könnte beispielsweise ein Kredit automatisch ausgezahlt werden, sobald beide Vertragspartner die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Bei Baufinanzierungen sollen beispielsweise Gutachten direkt innerhalb des Smart Contracts überprüft werden können. Banken könnten ihre Verwaltungskosten durch den Einsatz der Blockchain-Technologie nach Einschätzung von Capgemini um drei bis zehn Milliarden Euro senken. „Die Gestaltung und Abwicklung von Verträgen ist bis heute noch nicht vollständig digitalisiert. Deswegen müssen Verbraucher einen Großteil der finanziellen Last einer noch immer manuellen Abwicklung tragen“, so Blockchain-Experte Huch.

Neben Bankgeschäften könnten auch Versicherungsverträge smart werden

Und nicht nur bei Bankgeschäften, sondern auch bei Versicherungsverträgen können Smart Contracts zum Einsatz kommen. Dadurch könnten Schadensfälle bei der Kfz- und der Hausratversicherung schneller abgewickelt werden. Auch die Bearbeitung von Versicherungsansprüchen im Bereich der Reise- und Krankenversicherung könnte so beschleunigt werden. Allein bei der Kfz-Versicherung könnte der Einsatz der Blockchain-Technologie weltweit zu Kostensenkungen von 19 Milliarden Euro führen. Würden die Versicherer nur die Hälfte der Kosteneinsparungen an ihre Versicherten weitergeben, würden Autobesitzer pro Jahr im Schnitt 40 Euro weniger für ihre Versicherungsprämie ausgeben müssen.

Quelle: Capgemini

Alle 2 Wochen Spartipps und News:

Newsletter abonnieren und gratis PDF erhalten!