Bargeldlose Zahlung per Kreditkarte bei Aldi und Co.

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 04.07.2015

Bislang spielte die Kreditkarte bei der bargeldlosen Zahlung nur eine untergeordnete Rolle. Nun könnte ein EU-Gesetz der hierzulande wenig beliebten Zahlungsmethode zum Durchbruch verhelfen. Aufgrund gedeckelter Gebühren ermöglichen immer mehr Händler die Kreditkartenzahlung. Dabei ist die Verbreitung der Karten in Deutschen noch gering.

Fast zeitgleich haben die Supermarktketten Aldi, Lidl und Kaufland angekündigt, zukünftig die Zahlung per Kreditkarte anzubieten. Auch die Media-Saturn-Holding ermöglicht nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) neuerdings die Kreditkartenzahlung in Media Märkten.

EU-Regulierungen geben der Zahlungsmethode Auftrieb

Hintergrund für den Auftrieb der hierzulande bislang relativ wenig verbreiteten Zahlungsmethode dürften neue Regulierungen der Europäischen Kommission sein. Wie die Tageszeitung berichtet, wird die Transaktionsgebühr ab dem 9. Dezember von bislang durchschnittlich 1,7 Prozent auf 0,3 Prozent des bezahlten Betrags gesenkt. Diese Transaktionsgebühr muss von der Bank des Händlers an die Bank des Käufers entrichtet werden – Kosten, die den Handel bislang vielfach davon abgehalten hatten, Kreditkartenzahlungen zu akzeptieren. Bislang war die bargeldlose Zahlung mit Debitkarten, beispielsweise der EC-Karte zum Girokonto, für den Handel deutlich günstiger anzubieten – hier liegt das Limit bei 0,2 Prozent.

Der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Alumni erklärte in der vergangenen Woche in Brüssel, dass Verbraucher durch die sinkenden Kosten für bargeldlose Zahlungen letztlich von niedrigeren Preisen profitieren werden. Ob der Handel die gesunkenen Gebühren allerdings tatsächlich an die Verbraucher weitergibt, bleibt abzuwarten – zumindest wird Kunden wohl vielfach eine weitere Zahlungsmethode angeboten.

Kreditkarten bei Bundesbürgern noch wenig verbreitet

Nicht nur bei Händlern, sondern auch bei den deutschen Verbrauchern ist die Kreditkarte noch wenig beliebt. Informationen der Deutschen Bundesbank zufolge besaß 2014 nur knapp ein Drittel der Deutschen eine Kreditkarte, während 97 Prozent über eine Girokarte verfügte. Pro Monat werden im Durchschnitt zwei bargeldlose Zahlungen über die Kreditkarte getätigt. Obwohl die Zahl der Transaktionen gering erscheinen mag, markiert sie einen rasanten Anstieg: Von 2009 bis 2013 ist die Zahl der Kreditkartentransaktionen um 60 Prozent gestiegen, während sich die Anzahl der Kreditkarten in Deutschland während dieses Zeitraums nur um 18 Prozent erhöht hat.

Verantwortlich für die häufigere Nutzung ist der Online-Handel. Beim Einkaufen im Internet nutzten 2014 bereits 17 Prozent der Verbraucher eine Kreditkarte zur Zahlung. Einen vergleichbar hohen Anteil erreicht diese Zahlungsmethode in keinem anderen Bereich – in Hotels nutzen beispielsweise rund elf Prozent eine Kreditkarte, an Tankstellen sind es etwas weniger als zehn Prozent. Ansonsten ist der Anteil von Kreditkartenzahlungen den Daten der Bundesbank zufolge verschwindend gering – im Einzelhandel für den täglichen Bedarf lag er 2014 bei gerade einmal 1,3 Prozent. Diese Zahl könnte mit dem Einstieg von Aldi, Lidl und Kaufland deutlich steigen.

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