Basiskonto oft mit hohen Gebühren verbunden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.07.2016

Wie eine Untersuchung der FMH-Finanzberatung zeigt, erheben viele Kreditinstitute für das Basiskonto hohe Gebüren. Das Konto für jedermann ist damit häufig deutlich teurer als ein reguläres Girokonto. Auch generell kritisieren Verbraucherschützer steigende Gebühren für Bankdienstleistungen.

Das seit dem 19. Juni 2016 verpflichtend von deutschen Geldhäusern anzubietende Basiskonto ist bei vielen Banken und Sparkassen mit hohen Gebühren verbunden. Die FMH-Finanzberatung hat die Kosten verglichen, die für das spezielle „Konto für jedermann“ anfallen.

Banken müssen Konto für jedermann anbieten

Aufgrund der Umsetzung einer EU-Richtlinie in deutsches Recht müssen Kreditinstitute seit vergangenem Monat ein sogenanntes „Konto für jedermann“ anbieten. Ein solches Basiskonto soll vor allem den Personen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen, die auf andere Weise kein reguläres Girokonto eröffnen können, weil sie zum Beispiel keinen Wohnsitz haben oder ihre Bonität den Geldhäusern nicht ausreicht. Von dem per Gesetz vorgeschriebenen Angebot sollen beispielsweise Wohnungslose oder Flüchtlinge profitieren. Es handelt sich um reine Guthabenkonten, die nicht mit einer Kreditkarte verbunden sind.

Basiskonto ist häufig relativ teuer

Für diese Konten sollen die Banken und Sparkassen laut Gesetz „angemessene Entgelte“ verlangen. Dass diese in der Praxis häufig relativ hoch sind, hat die FMH-Finanzberatung in ihrem Vergleich ermittelt. Nur bei wenigen Kreditinstituten war das Basiskonto kostenlos, häufig wurden monatliche Gebühren zwischen drei und zehn Euro erhoben. Bei einer Bank mussten Kunden dafür sogar 15 Euro pro Monat bezahlen. Auch für Dienstleistungen wie Überweisungen oder Bareinzahlungen wurden oft Gebühren erhoben, sodass die Kontoführung teilweise teurer werden kann als bei einem regulären Girokonto. Die FMH-Finanzberatung weist darauf hin, dass Basiskonten keinerlei Risiken für die Geldhäuser mit sich bringen. Daher läge die Vermutung nahe, dass Banken Basiskonto-Kunden als unattraktiv einschätzten und deshalb nicht durch günstige Konditionen anlocken wollen würden.

Verbraucherschützer kritisieren Gebühren für Bankdienstleistungen

Insgesamt ist Verbraucherschützern aufgefallen, dass die von Banken und Sparkassen erhobenen Gebühren spürbar  ansteigen. Wie die „Welt“ berichtet, will sich bei den Verbraucherzentralen das übergreifende Team „Marktwächter Finanzen“ genauer mit dieser Entwicklung befassen. Carmen Friedrich, Leiterin des Teams, erklärte gegenüber der Tageszeitung: „Wir stellen seit einigen Monaten fest, dass Bankdienstleistungen für Kunden generell erheblich teurer werden. Wir haben eine Sonderuntersuchung bei 200 Kreditinstituten zu Entgelten bei Girokonten und Karten gestartet, deren Ergebnisse wir noch in diesem Jahr präsentieren. Dabei geht es auch darum, ob die verlangten Preise rechtlich zulässig und angemessen sind.“

Quelle: FMH-FinanzberatungWelt

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