Baufinanzierung: Wirkt sich die Italien-Krise auf die Zinsen aus?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.06.2018

In ganz Europa schürt die aktuelle Regierungskrise in Italien Sorgen um einen möglichen Austritt des Landes aus dem Euro. Das könnte die Stabilität der Euro-Zone zumindest auf kurze Sicht gefährden. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, hält langfristige Auswirkungen jedoch für wenig wahrscheinlich, wie er dem Magazin Cash.Online verrät.

Noch vor wenigen Tagen drohte die Regierungsbildung in Italien zu scheitern. Präsident Sergio Mattarella wollte den eurokritischen Palo Savona nicht als Finanzminister anerkennen. Dass sich der Präsident und die beiden Koalitionspartner MoVimento 5 Stelle (M5S) und Lega jetzt doch auf eine Regierung einigten, hängt auch mit der Reaktion der Märkte zusammen – denn die fiel heftig aus.

Kurzfristige Zinsschwankungen durch Krise

„Ich glaube, dass ein Großteil des jüngsten Renditeeinbruchs bei den Bundesanleihen auf die Entwicklungen in Italien zurückgeht”, kommentiert Michael Neumann die aktuelle Italien-Krise. „Auch die Abschwächung des Euro resultiert zum Teil daraus.” Was für die deutschen Staatsanleihen hingegen Zinsabfälle bedeutet, zeigt sich bei den italienischen Anleihen in einer entgegengesetzten Reaktion. Die Renditen stiegen hier auf den höchsten Stand seit über fünf Jahren.

Dass die Probleme Italiens jedoch einen dauerhaften Einfluss auf die Finanzmärkte haben, bezweifelt Neumann: „Die Zinsen reagieren in der Regel nur kurzfristig auf politische Entwicklungen. Einen langfristigen und somit weit größeren Einfluss haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und die sind derzeit in Europa sehr gut.“

Kleinere Auswirkungen bei Baufinanzierungen möglich

Bisher gab es noch keine Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Turbulenzen in Italien. Die nächste Sitzung ist ohnehin erst für Mitte Juni angesetzt. Neumann glaubt, dass die Währungshüter ruhig und sachlich bleiben werden: „Ich kann mir vorstellen, dass die EZB aufgrund der unruhigen Lage in Italien die Entwicklungen erstmal beobachten wird und abwartend reagiert.”

Das hieße, dass die Zentralbank weiterhin bei ihrer aktuellen, sehr expansiven Geldpolitik bleiben würde. Für Baufinanzierer bedeutet das laut Neumann: „Kurzfristig werden deshalb die Baufinanzierungszinsen im Marktdurchschnitt etwas nachgeben.“

Quelle: cash-online.de

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