Bedingungsloses Grundeinkommen: Die Schweiz stimmt ab

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.01.2016

In der Schweiz wird in diesem Jahr eine Abstimmung über ein bedingungsloses Grundeinkommen stattfinden. Bei einer positiven Entscheidung der Bevölkerung würde das Grundeinkommen in die Landesverfassung aufgenommen. In einer Umfrage gaben rund 90 Prozent der Bürger an, in diesem Fall trotzdem noch arbeiten zu wollen.

Wie „Spiegel Online“ berichtet, wird in der Schweiz im Juni über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. In der Volksabstimmung können die Bürger entscheiden, ob in die Landesverfassung ein Grundeinkommen für die gesamte Bevölkerung aufgenommen wird. Die Initiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ hatte sich mehrere Jahre lang für eine solche Abstimmung eingesetzt und war schließlich erfolgreich.

Abstimmung findet im Juni statt

Der Termin für den Volksentscheid steht mittlerweile fest: Am 5. Juni 2016 soll die Entscheidung fallen. Im Text der Abstimmung wird bewusst offengelassen, wie hoch das Einkommen genau sein soll und wie das Ganze finanziert werden soll. Die Initiative schlägt einen Betrag von 2.500 Franken (umgerechnet rund 2.270 Euro) vor, den jeder Bürger auf sein Girokonto erhalten würde.

Das Grundeinkommen soll laut dem Abstimmungstext „der gesamten Bevölkerung ein menschenwürdiges Dasein und die Teilnahme am öffentlichen Leben ermöglichen". Der Schweizer Bundesrat geht davon aus, dass durch ein bedingungsloses Grundeinkommen pro Jahr zusätzliche Kosten von 135 Milliarden Franken entstehen würden.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Schweizer würden trotzdem arbeiten

Laut einer repräsentativen Umfrage, welche die Initiative bei dem Schweizer Meinungsforschungsinstitut Demo Scope in Auftrag gegeben hatte, sind sich 69 Prozent der Schweizer sicher, dass Sie auch mit dem Grundeinkommen noch arbeiten würden. 21 Prozent der Befragten gaben an, ihre Arbeit „eher nicht“ aufgeben zu wollen. Nur zwei Prozent haben die Absicht, mit einem bei der Abstimmung beschlossenen bedingungslosen Grundeinkommen gar nicht mehr arbeiten zu wollen.

Eine Mehrheit der Befragten würde allerdings beruflich kürzertreten. 54 Prozent erklärten, sich in der gewonnenen Zeit weiterbilden zu wollen. 53 Prozent würden dann mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. 22 Prozent der Schweizer würden das finanzielle Polster nutzen, um eine Selbstständigkeit aufzubauen. Aufgrund des hohen Weiterbildungspotenzials und einer möglicherweise steigenden Unternehmerzahl hält die Initiative durch das Grundeinkommen auch positive Effekte auf die Volkswirtschaft für realistisch.

Auch in anderen europäischen Ländern wird über ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert. So haben zum Beispiel die Niederlande ein Pilotprojekt gestartet, um zu testen, wie sich ein Grundeinkommen für Sozialhilfeempfänger auf die Bürokratie in den Kommunen auswirken würde.

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