Mietkosten durch Modernisierung: Begrenzter Anstieg

Zuletzt aktualisiert am 27.12.2018

Von einer modernisierten Wohnung profitieren Mieter und Vermieter. Doch die unangenehme Überraschung für den Mieter folgte in den vergangenen Jahren oft: Durch Modernisierungsmaßnahmen durfte bislang die Miete um bis zu elf Prozent erhöht werden. 2019 sinkt diese Grenze.

Gleichzeitig werden dem Mieter in Bezug auf Renovierungen mehr Rechte eingeräumt. So können wiederkehrende Modernisierungen mit dem Zweck, den bisherigen Mieter loszuwerden, künftig mit einem hohen Bußgeld geahndet werden. Ein weiterer Vorteil: Der Vermieter muss offen darlegen, wenn die Miete aufgrund einer Ausnahmeregelung über den 110 Prozent der örtlichen „Vergleichsmiete“ liegt.

Geringer Mietpreisanstieg und Transparenz für Mieter

Die Freude über Renovierungsmaßnahmen zum Zwecke der Modernisierung hielt bei Mietern bislang oft nur kurze Zeit lang an. Satte Mieterhöhungen, die bis zu elf Prozent des ursprünglichen Betrages erreichen durften, trübten das Bild der moderneren Wohnung. 2019 tritt ein neues Gesetz in Kraft: Demzufolge darf die Miete nur noch um acht Prozent des Ursprungsbeitrags erhöht werden. Bereits ab Januar greift diese Änderung. Hinzu kommt eine weitere Grenze: Maximal drei Euro Erhöhung pro Quadratmeter sind innerhalb von sechs Jahren aufgrund der Modernisierungsmaßnahmen möglich. Liegt der Preis pro Quadratmeter unter sieben Euro, sind es jeweils sogar nur zwei Euro.
In Verbindung mit der neu eingeführten Mietpreisbremse, die besagt, dass Wohnungspreise nur maximal 110 Prozent des örtlichen Durchschnittspreises betragen dürfen, zeigt sich somit eine klare Verbesserung für Mietwohnende. Auch bei der Mietpreisbremse gibt es 2019 eine Änderung. So muss der Vermieter zu Beginn des Mietverhältnisses darüber informieren, ob er sich bei der Festlegung der Miete auf eine Ausnahmeregelung von der Mietpreisbremse beruft. Beispielsweise darf er von der Preisgrenze abweichen, wenn bereits vor Einführung der Mietpreisbremse die Wohnungsmiete höher ausfiel. Kommuniziert er dies nicht, kann der Mieter zu viel gezahltes Geld zurückfordern.

Hohe Bußgelder für „Rausmodernisierer“

Ein dritter Vorteil ergibt sich durch strenge Bußgelder für Vermieter, die aufgrund von Modernisierungsmaßnahmen darauf hoffen, ihre Mieter vorzeitig aus der Wohnung zu drängen. Durch die ständige Preiserhöhung aufgrund der Renovierung kündigen Mieter früher. Erhärtet sich der Verdacht, dass nur aufgrund dessen Modernisierungen vorgenommen werden, kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro anfallen. Auch wird der betroffene Mieter bessere Chancen auf Schadensersatz erhalten.

Quelle: test.de

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