Beitragserhöhungen: Krankenkassen leicht vor PKV

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.11.2016

Zuletzt fielen die Beitragserhöhungen der Krankenkassen stärker aus als in der privaten Krankenversicherung (PKV). Dabei ist in vielen Köpfen verankert, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vergleichsweise günstigen Schutz mit recht stabilen Beiträgen bietet, während Privatversicherte mit steil ansteigenden PKV-Beiträgen rechnen müssen. Das stimmt aber nur bedingt.

Das behauptet zumindest das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP). Das Institut hat die PKV-Beiträge mit den Beitragserhöhungen der Krankenkassen in Relation gesetzt und untersucht, wie sie sich von 2007 bis 2017 entwickelt haben beziehungsweise entwickeln werden. Die Zahlen für 2016 und 2017 basieren dabei auf eigenen Annahmen des Instituts.

Beitragserhöhungen der Krankenkassen leicht über denen der PKV

Demnach stiegen die PKV-Beiträge von 2007 bis 2017 im Schnitt um 35 Prozent. Die Beitragserhöhungen der Krankenkassen sorgten pro Versichertem durchschnittlich für ein Plus von knapp 37 Prozent. Verglichen wurden dabei jeweils die durchschnittlichen Einnahmen pro Versichertem in der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – in der PKV für Vollversicherung, in den GKV abzüglich des Steuerzuschusses. Bricht man diese Zahlen auf einzelne Jahre herunter, bedeutet dies eine jährliche Beitragserhöhung um 3,2 Prozent bei den Krankenkassen, während die PKV-Beiträge pro Jahr um 3,0 Prozent stiegen.

PKV-Beiträge steigen seltener, aber dafür oft stärker

In der Praxis fallen die Beitragserhöhungen bei der privaten Krankenversicherung allerdings deutlich höher aus, sie finden dafür aber in der Regel seltener statt als in der GKV. Denn die Versicherer dürfen die Prämien erst anheben, wenn ihre tatsächlichen Ausgaben die kalkulierten Kosten um mehr als zehn Prozent übersteigen. Dann allerdings werden nicht selten deutliche Steigerungen möglich. So gehen Experten davon aus, dass die PKV-Beiträge im kommenden Jahr bei einigen Anbietern sogar im zweistelligen Bereich steigen werden, was für manche Versicherte zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden könnte.

Äpfel und Birnen: Direkter Vergleich von PKV und GKV schwierig

Ohnehin sollten die Zahlen mit Vorsicht bewertet werden. Es stimmt zwar, dass es in den vergangenen Jahren einige Beitragserhöhungen der Krankenkassen gab, erst zu Beginn des Jahres erhöhten viele erneut den Zusatzbeitrag. Fakt ist aber auch, dass die privaten Krankenversicherer immer mehr Mitglieder an die gesetzlichen Krankenversicherungen verlieren, 2014 waren es 0,6 Prozent, 2015 mussten sie einen Rückgang um 0,5 Prozent hinnehmen. Grundsätzlich ist ein allgemeiner Vergleich von gesetzlicher und privater Krankenversicherung aufgrund der sehr unterschiedlichen Leistungen und Beitragsstrukturen schwierig. Es kommt also immer auf den jeweiligen Einzelfall an. 

Quelle: Wissenschaftliches Institut der privaten Krankenversicherer

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