Berufsunfähig: Urteil zu Versicherungsleistungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.01.2015

Im Streit um die Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung landen Kunden und Versicherung gelegentlich auch vor Gericht. Denn teilweise ist zunächst unklar, wann und für welchen Beruf eine entsprechende Police greift, vor allem wenn Betroffene nicht mehr in ihrem Ausbildungsberuf arbeiten. Nun hat ein Urteil dazu konkrete Fakten geschaffen.

In einem aktuellen Urteil hat das Oberlandesgericht Saarbrücken Klarheit in die Leistungsregelung der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gebracht, berichtet das Magazin des Deutschen Anwaltsvereins (DAV). Demnach bekommen Versicherte die Leistungen der Police nur für ihren zuletzt ausgeübten Beruf. Die Ausbildung oder der Job während des Abschlusses der Versicherung zählt hingegen nicht.

Leistungen bei Berufsunfähigkeit

Allerdings gilt im Umkehrschluss, dass Versicherungskunden nicht auf einen Ausbildungsberuf verweisen müssen, damit die Leistungen der BU greifen. Wird der Job oder gar die Branche also beispielsweise aufgrund finanzieller Anreize gewechselt, darf die Versicherung sich für die Gewährung der Zahlung nicht auf den ursprünglichen Job beziehen. Hinter dem Urteil steckt ein konkreter Fall, bei dem ein Mann nach einem Unfall Geld von seiner Versicherung einklagen wollte. Der Kläger hatte im Jahr 2002 eine Lebensversicherung mit einer BU abgeschlossen. Laut dem Vertrag liegt eine Berufsunfähigkeit vor, sobald der Kläger aller Voraussicht nach sechs Monate ununterbrochen mindestens zu 50 Prozent nicht in der Lage ist, seinem Beruf nachzugehen, erläutert der DAV. Nach dem Unfall wäre er in seinem Ausbildungsberuf womöglich als berufsunfähig eingestuft worden. Unlängst hatte er allerdings den Job gewechselt, dem er nun, wenn auch mit Einschränkungen, weiterhin nachgehen konnte.

Absicherung für den Notfall

Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift in der Regel, wenn Versicherte entweder durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall ihre Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Daher kommt der Police als Absicherungsinstrument ein hoher Stellenwert zu. Kunden sollten grundsätzlich darauf achten, dass die Leistungen im Notfall hoch genug sind: Der Lebensstandard sollte gehalten werden können.

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