Besserung in Sicht: Krankenkassen übernehmen Brillenkosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.02.2017

Am Donnerstag verabschiedete der Bundestag mit einer gesetzlichen Neuregelung gute Nachrichten für Brillenträger. Künftig sollen Krankenkassen häufiger für Sehhilfen auf Rezept zahlen. Bisher übernahmen diese nur in seltensten Fällen die Kosten für über 40 Millionen Deutschen mit eingeschränktem Sehvermögen. Ab voraussichtlich März sollen Versicherte mit vier beziehungsweise sechs Dioptrien von der Gesetzesänderung profitieren.

Für Menschen mit Sehschwäche ist bald eine weit bessere Kostenerstattung in Sicht. In Zukunft sollen gesetzliche Krankenkassen öfter für die über 40 Millionen Deutschen mit eingeschränkter Sehkraft aufkommen. Möglich macht dies eine am Donnerstag verabschiedete Gesetzesänderung. Während bislang nur sehr selten die Kosten für Sehhilfen erstattet wurden, könnten Brillen auf Rezept ab März bezahlt werden. Mit vier beziehungsweise sechs Dioptrien gelten dann bereits Kostenübernahmen.

Bisher schlechte Aussichten auf Kostenübernahme

Fast zwei Drittel aller Menschen in Deutschland brauchen zumindest gelegentlich Brillen oder Kontaktlinsen. Ungefähr 36 Prozent müssen jedoch nicht nur ihre Sehhilfe ständig tragen, sondern ebenso die Kosten. Nur wer auch mit Sehhilfe lediglich über 30 Prozent Sehvermögen verfügt, bekam seine Brille bezahlt. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband DBSV hatte sich seit einiger Zeit für eine Lockerung dieser Auflagen eingesetzt. Am Donnerstag wurden die Bemühungen von Erfolg gekrönt und der Bundestag verabschiedete ein neues Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG).

Die Regelung gesteht allen Versicherten eine Brille zu, die nachweislich über sechs Dioptrien haben. Mit Hornhautverkrümmung greift das Gesetz bereit ab vier Dioptrien. Für Kinder und Jugendliche mussten Krankenkassen bereits jetzt die Kosten für Gläser übernehmen. Das Gesetz, das die Kassen auch bei Erwachsenen stärker zur Kasse bittet, tritt in Kraft, sobald es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Laut DBSV könnte es bereits in März dazu kommen. Auflage zur Kostenübernahme ist hingegen weiterhin, dass die Sehhilfe durch einen Arzt verordnet wurde.

Erweiterung zuzahlungsfreier Mittel

Das Gesetz sieht auch eine bessere Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln wie Prothesen Hörgeräten und Rollstühlen vor. Bei ihren Vergabeentscheidungen müssen die Kassen neben den Kosten künftig auch die qualitativen Anforderungen an Produkte berücksichtigen, welche die Mindesterfordernisse übersteigen. Bundesgesundheitsminister Herman Gröhe (CDU) erklärte die Wichtigkeit der gesundheitlichen Hilfsmittel in einer älter werdenden Gesellschaft.

Quelle: Spiegel.de, Focus.de

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