Bestellerprinzip für Maklerprovision: Auch beim Immobilienkauf geplant

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.08.2018

Maklergebühren, Notarkosten und Grunderwerbsteuer – beim Hauskauf in Deutschland müssen Käufer auch abseits des eigentlichen Immobilienpreises tief in die Tasche greifen. Das wird sich möglicherweise bald ändern. Das sogenannte Bestellerprinzip, das in Mietangelegenheiten bereits durchgesetzt wurde, könnte Käufer künftig zumindest von der anfallenden Maklerprovision befreien.

Maklerkosten auf Besteller umlegen

Bislang zahlen ausschließlich die Käufer einer Immobilie die anfallende Maklerprovision. Kann die Bundesregierung die geplante Änderung durchsetzen, trägt jedoch künftig derjenige die Gebühren für den Makler, der ihn beauftragt hat. In der Regel ist das der Immobilienbesitzer. So würden künftige Immobilienkäufer von der Maklergebühr befreit. Diese Regelung ist im Bereich von Mietwohnungen und -häusern bereits größtenteils aktiv. So wird Mietern einer Wohnung die oftmals mehrere Kaltmieten umfassende Provision erlassen, in einigen Bundesländern wird sie zumindest zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt.
Im Kaufbereich fällt die Ersparnis noch höher aus. Bei rund 5,9 bis 7,1 Prozent Maklerprovision auf den Immobilienpreis kommen schnell fünfstellige Beträge zusammen. Zudem steigen sowohl die Immobilienpreise als auch die Maklerkosten selbst. Die Notarkosten für die Eintragung im Grundbuch und weitere rechtliche Aspekte sind ebenfalls nicht außer Acht zu lassen. Sie betragen aktuell rund 1,5 Prozent des Kaufpreises. Wird die Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland hinzuaddiert, kann es mit dem Erwerb einer Immobilie für eine junge Familie schwierig werden.

Bei der Grunderwerbsteuer gibt es keine Entlastung

Das Eigenkapital reicht nicht immer aus, um das neue Eigenheim zu finanzieren. Die Bundesregierung berichtet, dass insgesamt mit rund einem Siebtel der Gesamtkosten für die Immobilie zu rechnen ist, der zusätzlich zum Hauskauf anfällt – eine gewaltige Summe, die schon durch einen Freibetrag für die Grunderwerbsteuer weiter gesenkt werden könnte. Diese Anpassung steht allerdings nicht zur Debatte. Die Grunderwerbsteuer bleibt von den Änderungen unangetastet. Der Grund: Die Bundesregierung kann über diese ländergebundene Steuer nicht allein entscheiden, sondern ist an die Entscheidung der einzelnen Bundesländer gebunden. Ein Freibetrag von 500.000 Euro beim Immobilienkauf wurde kürzlich von der FDP beantragt. Dieser Vorschlag wurde jedoch von sämtlichen, anderen Parteien abgelehnt. Eine Änderung der Grunderwerbsteuer ist somit für Hauskäufer in nächster Zeit nicht zu erwarten.

Quelle: faz.net

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