Bestellerprinzip: Maklergebühren offenbar halbiert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.11.2015

Das zeitgleich mit der Mietpreisbremse beschlossene Bestellerprinzip für Makler wirkt offenbar. Einem Medienbericht zufolge haben sich die Maklergebühren seither halbiert. Allerdings gibt es Zweifel an der Aussagekraft der zugrundeliegenden Daten. Fakt ist dennoch, dass die Wohnungssuche für Mieter durch das Gesetz günstiger geworden ist, nur das Ausmaß der Kostenersparnis ist strittig.

Offenbar sind die Maklergebühren seit Einführung des Bestellerprinzips zum 1 Juni 2015 um die Hälfte gesunken. Dies geht aus einem Bericht der „Bild-Zeitung“ hervor, die sich auf Daten des Statistischen Bundesamts beruft.

Mieterbund: „Bestellerprinzip ist ein voller Erfolg“

Demnach sei der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Verbraucherpreisindex für den Posten „Maklergebühr für Miete von Wohnung oder Haus“ von 105,3 im Mai 2015 auf einen Wert von 53,4 im Juni gesunken. Auf diesem Niveau habe sich der Wert seither eingependelt. Die Zahlen bestätigen das erste positive Zwischenfazit zum Bestellerprinzip, das der Deutsche Mieterbund einen Monat nach Inkrafttreten des Gesetzes gezogen hatte. Entsprechend begeistert äußerte sich der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz gegenüber dem Boulevard-Blatt: „Das Bestellerprinzip ist ein voller Erfolg!“

Aussagekraft der Daten umstritten

Richtig ist, dass das Bestellerprinzip offenbar mehr Wirkung zeigt als die zeitgleich beschlossene Mietpreisbremse, die vielerorts ins Leere läuft. Allerdings sind die Daten, auf die sich „Bild“ bezieht, nur eingeschränkt aussagekräftig. Der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zufolge lässt sich anhand der zugrundeliegenden Daten nicht beziffern, wie stark die Kosten für die Wohnungssuche für Mieter seit Einführung des Bestellerprinzips tatsächlich gesunken seien. Das Gesetz sei dazu noch zu jung, heißt es nach Informationen der „SZ“ beim Statistischen Bundesamt.

Wohnungsvermittler verkraften Rückgang der Maklergebühren offenbar gut

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) kann einen Rückgang der Maklergebühren bei Vermietungen um knapp 50 Prozent indes nicht bestätigen. Die Makler hätten ihr Geschäftsmodell seit Einführung des Bestellerprinzips auf Vermieter umgestellt, erklärte IVD-Präsident Michael Schick der „Bild“.

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