Bestimmen Facebook-Freunde bald Kreditwürdigkeit?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.08.2015

Wer die falschen Facebook-Freunde hat, könnte bei der Kreditvergabe künftig leer ausgehen. Der Social-Media-Konzern erhielt nun ein Patent gewährt, das es Banken ermöglicht, die Kreditwürdigkeit eines Kunden anhand der Freundesliste im sozialen Netzwerk zu bewerten. Verbraucherschützer schlagen bereits Alarm. Neu ist dieses Bewertungs-Prinzip allerdings nicht.

Banken könnten zukünftig einen Blick auf Facebook werfen, bevor sie über die Bewilligung eines Kredits entscheiden. Dem Social-Media-Riesen wurde ein Patent bewilligt, das genau dies ermöglicht. „Wenn ein Individuum einen Kredit beantragt, prüft der Kreditgeber die Kreditwürdigkeit der Mitglieder des sozialen Netzwerks, die mit dem Individuum [...] verbunden sind", heißt es darin laut „Welt“.

Verschuldete Facebook-Freunde sind schlecht für die eigene Bonität

Sollte Facebook das Patent wirklich nutzen, könnten über die Online-Freundesliste Rückschlüsse auf die Bonität des Antragsstellers gezogen werden. Nur wenn die Facebook-Freunde eine Mindest-Kreditwürdigkeit aufweisen, würde die Bank den Antrag weiterhin behandeln. Sind dagegen einige Kontakte in Zahlungsverzug, könnte der Kreditwillige bei seiner Bank leer ausgehen. Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen äußerte sich empört: „Es kann doch nicht sein, dass ich Nachteile erleide, nur weil ich auf Facebook mit den falschen Menschen befreundet bin."

Soziales Umfeld und Datenspuren bestimmen die Kreditwürdigkeit

Neu ist das Prinzip, die Kreditwürdigkeit einer Person über ihr soziales Umfeld zu bewerten, jedoch nicht. So ist in den vergangenen Monaten immer wieder das „Geo-Scoring“ in die Schlagzeilen geraten. Dabei wird anhand der Wohngegend die Wahrscheinlichkeit bewertet, ob der Antragssteller den Kredit auch zurückzahlen wird. Befinden sich die Nachbarn im Zahlungsrückstand, sinkt auch die eigene Kreditwürdigkeit. Immer häufiger greifen Online-Händler auf Datenbanken und Einzelinformationen aus dem Internet zurück, um über die Möglichkeit zur Raten-Zahlung zu entscheiden.

Öffentliche Empörung stoppte Vorstoß der Schufa

Auch Deutschlands größte Auskunftsdatei, die Schufa, wagte vor drei Jahren einen Vorstoß in diese Richtung. Vor drei Jahren startete sie einen Pilotversuch, in dem sie die Social-Media-Aktivitäten in das Scoring-Verfahren mit einbezog. Aufgrund der öffentlichen Empörung wurde das Projekt aber vorzeitig abgebrochen. Die Schufa greift daher weiterhin auf Daten wie die Anzahl bestehender Konten, unbezahlter Rechnungen und laufender Handyverträge zur Bewertung der Kreditwürdigkeit zurück.

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