Betriebsrente belastet Unternehmen zunehmend

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.03.2016

Die Zahlung der Betriebsrente wird für Unternehmen immer mehr zur Herausforderung. Durch die niedrigen Zinsen fällt es ihnen zunehmend schwerer, ausreichende Renditen zu erzielen. Die längere Lebenserwartung der Rentenempfänger verursacht ebenfalls steigende Kosten. Vor allem für Mittelständler könnte dies künftig ein Problem darstellen.

Viele Firmen zahlen eine Betriebsrente und machen sich dadurch als Arbeitgeber attraktiv für qualifizierte Kräfte. Gerade für Mittelständler könnten diese Aufwendungen in Zeiten niedriger Zinsen aber bald zu einem ernsthaften Problem werden, wie die „Welt“ berichtet.

Betriebsrente durch Niedrigzinsen schwerer finanzierbar

Die aktuelle Niedrigzinsphase erschwert es den Unternehmen, ihren Verpflichtungen für die Betriebsrente nachzukommen. Erschwerend hinzu kommt die steigende Lebenserwartung, durch die die Aufwendungen für ehemalige Mitarbeiter länger zu zahlen sind. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson sind die Pensionsverpflichtungen deutscher Großkonzerne in den vergangenen Jahren stark angestiegen und liegen heute doppelt so hoch wie im Jahr 2000. Um die Betriebsrente zahlen zu können, werden also zunehmend höhere Aufwendungen der Unternehmen nötig, da die niedrigen Zinsen für eine immer geringere Rendite sorgen. Trotzdem halten Unternehmen an dieser Form der Vorsorge fest, um für ihre Arbeitnehmer attraktiv zu bleiben.

Mittelständler stehen besonders unter Druck

Für DAX-Konzerne ist der Rechnungszins ausschlaggebend, wenn es um die Belastung durch die Pensionsverpflichtungen geht. Durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird dieser immer weiter gedrückt und die Kosten der Unternehmen für die Betriebsrente steigen. Die Lücke zwischen dem für die Betriebsrente zurückgelegten Vermögen und den Pensionsverpflichtungen müssen die Unternehmen erwirtschaften oder aus bestehendem Vermögen wie zum Beispiel Grundstücken füllen.

Für Mittelständler gestaltet sich die Zahlung der Betriebsrente allerdings problematischer: Für sie ist nicht der Marktzins maßgeblich, sondern der Durchschnittszins, der laut Handelsgesetzbuch (HGB) über mehrere Jahre berechnet wird. Dadurch entspricht der zugrunde gelegte Zins noch nicht den aktuell geltenden, deutlich niedrigeren Zinsen. Doch auch wenn Mittelständler erst später eine Zuspitzung der Situation feststellen, müssen auch sie mehr Geld für die Zahlung der Betriebsrente erwirtschaften und realisieren dies möglicherweise zu spät. Im schlimmsten Fall droht eine Insolvenz.

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