Börsencrash: China wertet Yuan weiter ab

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.08.2015

Wegen des Börsencrashs wertet die chinesische Regierung ihre Währung immer weiter ab. Der Yuan steht in einem so niedrigen Wechselkurs zum Dollar wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. China will dadurch seine Exporte ankurbeln und bereitet damit insbesondere der Exportnation Deutschland Sorgen. Die Aktienkurse sind weltweit ins Taumeln geraten.

Aufgrund des Börsencrashs hat die chinesische Zentralbank den Referenzwert des Yuan zum Dollar noch weiter gesenkt. Ein US-Dollar war am Donnerstag nur noch 6,4010 Yuan wert. Laut Spiegel Online handelt es sich um die stärkste Abwertung seit mehr als 20 Jahren.

Regierung will Exportwirtschaft nach dem Börsencrash wieder auf die Beine helfen

Eigentlich sollte das Eingreifen in den Wechselkurs eine Ausnahme bleiben. Doch tatsächlich wertete die Volksrepublik den Yuan an drei Tagen hintereinander ab: Zunächst um 1,9, dann um 1,6 und schließlich um 1,1 Prozent. Experten gehen davon aus, dass China mit einer schwachen Währung den Export ankurbeln will. Dieser war nach dem Börsencrash um mehr als acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Starke chinesische Exporteure können auf Dauer vor allem den Export-Weltmeister Deutschland in die Bredouille bringen. Zum einen müssen deutsche Produkte auf dem Weltmarkt mit günstigen chinesischen Ausfuhren konkurrieren. Zudem dürften auch die Exporte in die Volksrepublik abnehmen, da Importkosten durch den schwachen Yuan steigen. Die Auswirkung auf die Aktienkurse deutscher Unternehmen waren deutlich: Der DAX verlor nach der zweiten Abwertung 3,5 Prozentpunkte. Doch nicht nur Anleger mit deutschen Aktien im Depot zeigten sich besorgt – die Aktienmärkte reagierten weltweit nervös.

Neue Methode zur Bestimmung des Wechselkurses

Anders als bei vielen anderen Währungen wird der Kurs des Yuan nicht auf dem freien Devisenmarkt ausgehandelt. Die chinesische Zentralbank bestimmt stattdessen regelmäßig einen Referenzwert, der die Kursschwankungen des Yuan im Rahmen hält. Dies wollen die Währungshüter nun ändern. So soll sich der Yuan-Mittelwert künftig an den Entwicklungen des Markts und dem Schlusskurs vom Vortrag orientieren. Der Wechselkurs soll mit dieser neuen Methode von der politischen Kontrolle befreit werden. Laut „Tagesschau“ reagiert der Internationale Währungsfonds erfreut über diese Ankündigung aus Peking. Experten fürchten jedoch auch, dass Chinas Nachbarstaaten wie zum Beispiel Indonesien dem Abwärtstrend folgen und ein Währungskrieg in Asien drohen könnte.

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