Börsenkurse schrumpfen Geldvermögen der Deutschen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.01.2016

Ende vergangenen Sommers hatten sich viele Deutsche angesichts des Zinstiefs endlich zu einem Aktieninvestment durchgerungen. Wie sich nun herausstellt, war dieser Zeitpunkt nicht der günstigste: Fallende Börsenkurse haben das Geldvermögen der Deutschen zum ersten Mal seit Jahren schrumpfen lassen.

Das gerade erst gewonnene Vertrauen deutscher Anleger in Aktien könnte jetzt einen ersten Dämpfer bekommen. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in der Bundesrepublik ist nämlich im dritten Quartal 2015 um 17 Milliarden Euro beziehungsweise 0,3 Prozent auf 5.210 Milliarden Euro gesunken. Schuld daran sind vor allem gefallene Börsenkurse. Dies teilt die Bundesbank in einer aktuellen Pressemeldung mit.

Erstmaliger Rückgang des Geldvermögens seit vier Jahren

Damit sank das Geldvermögen deutscher Haushalte, zu dem neben Bargeld auch Wertpapiere, Bankeinlagen und Ansprüche gegenüber Versicherungen zählen, zum ersten Mal seit vier Jahren. Hauptgrund für das geschrumpfte Vermögen der Deutschen war vor allem die schlechte Entwicklung der Börsenkurse im dritten Quartal des Vorjahres. Insgesamt ließen sich mit Aktien über das gesamte Jahr gesehen höhere Renditen als mit allen anderen Anlageformen erzielen, doch im dritten Quartal mussten Anleger laut Bundesbank Bewertungsverluste von insgesamt rund 57 Milliarden Euro für ihre Depots hinnehmen.

„In einem schwachen Börsenumfeld waren davon vor allem Aktien und Anteile an Investmentfonds betroffen“, so die Bundesbank. Der DAX hatte im September seinen Jahrestiefststand von 9.325 Zählern erreicht. Gleichzeitig erwirtschafteten Anleger im selben Zeitraum allerdings auch 40 Milliarden Euro an Geldvermögen durch Transaktionen.

Rückläufige Börsenkurse parallel zu verstärkten Wertpapier-Investments

Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatten die Deutschen spürbar weniger Geld als zuvor in derzeit wenig rentable Sichteinlagen wie Tagesgeld gesteckt. Lediglich neun Milliarden des privaten Geldvermögens flossen noch in derartige Anlagen.

Stattdessen wurde offenbar verstärkt in Wertpapiere investiert: Mit knapp 12 Milliarden Euro floss so viel Geld in Aktien und andere Anteilsrechte wie seit rund sechs Jahren nicht mehr. Zudem legten die Bundesbürger rund fünf Milliarden Euro in Investmentfonds an. Auch dieser Wert liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

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