Bosch mutmaßlich in Kartell der Autoindustrie involviert

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.07.2017

Das mutmaßliche Kartell der größten deutschen Autobauer schlägt immer größere Wellen. Nachdem bekannt wurde, dass die EU von den Absprachen gewusst habe, steht jetzt auch Bosch im Fokus der Vorwürfe. Medienberichten zufolge soll der Zulieferer aus Stuttgart gemeinsam mit den Konzernen Absprachen getroffen haben. Ein Schriftstück von Volkswagen hätte belegt, dass Bosch Hinweise zur kostengünstigen Abgasreinigung gab.

Nachdem erst unlängst bekannt wurde, dass die EU-Kommission vom mutmaßlichen Kartell der größten deutschen Autokonzerne wusste, wird nun Bosch der Beteiligung beschuldigt. Nach Medieninformationen sei ein Schriftstück eingegangen, das die Beteiligung des Stuttgarter Zulieferers an den illegalen Absprachen belege.

Bosch soll den Automobilkonzernen Hinweise gegeben haben, die zur kostengünstigeren Abgasreinigung beitrugen.

Die Schuldfrage Boschs

Medienberichten der Bild am Sonntag und des Spiegel zufolge ist ein Schriftstück von Volkswagen beim Bundeskartellamt eingegangen, das neben der Beteiligung mehrerer Autobauer am mutmaßlichen Kartell auch Bosch als Teilnehmer der illegalen Absprachen nennt.

Das Stuttgarter Unternehmen soll VW, Audi, Porsche und Daimler Hinweise gegeben haben, wie sie die Probleme der Abgasreinigung preisgünstig lösen könnten. Unter anderem soll Bosch eine Dosierstrategie für AdBlue mitentwickelt haben. Die Harnstofflösung wandelt Stickoxide in Stickstoff und Wasser um. Wird diese sparsamer dosiert, werden Stickoxide weniger gereinigt und Abgasgrenzwerte, die auf dem Teststand eingehalten werden, versagen auf der Straße.

Bei einem Treffen von Volkswagen, Audi, Daimler und BMW sowie Bosch am 19. Oktober 2006 hätte ein VW-Manager festgehalten: „Alle wollen eine Limitierung der AdBlue-Einspritzung wegen der begrenzten Größe der Harnstofftanks. Keiner will die wahre Motivation dieser Limitierung den Behörden (CARB, EPA) berichten." Bei diesen beiden handelt es sich um die US-amerikanischen Umweltbehörden, die fast ein Jahrzehnt später den Dieselskandal enthüllten und Audi, Porsche und Volkswagen Manipulationen nachwiesen.

Ausmaße weiter unklar

Die EU-Kommission prüft derzeit Informationen, nach denen sich die Autokonzerne in technischen Fragen und beim Einkauf abgesprochen haben sollen. Der Spiegel berichtet weiter, dass sich die Autobauer über eine Abgasstrategie auf dem koreanischen Markt abgestimmt haben könnten, da Mercedes-Modelle bei Tests der koreanischen Behörden auffällig wurden.

Bislang wollte sich keines der Unternehmen zu Details äußern, BMW gab jedoch an, dass keineswegs jeder Austausch von Informationen durch Unternehmen im Wettbewerbsverhältnis unzulässig sei. Bosch teilte derweil mit, dem Unternehmen seien keine Details zu den Vorgängen bekannt.

Weitere Meldungen im Überblick

  • Dax im Minus: Adidas-Höhenflug, positives Stimmungsbarometer der Eurozone und gute Inflationszahlen können den Dax nicht aus dem Minus holen. Zu stark ist der Euro und der deutsche Leitindex bewegte sich am Freitag um die Minus 0,7 Prozent.
  • Mögliches Stuttgarter Dieselverbot: Die Verwaltungsrichter urteilten und Baden-Württemberg muss gegen die Luftverschmutzung in Stuttgart vorgehen, einer Stadt, die seit sieben Jahren die Höchstwerte überschreitet. Die Nachrüstung alter Dieselmotoren reiche nicht.

Quellen: Zeit, Spiegel, Handelsblatt

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