Brexit: Startschuss zum Austritt gefallen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.03.2017

Am Mittwoch Mittag ging die von Theresa May unterzeichnete EU-Austrittserklärung in Brüssel ein. Damit wird das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union offiziell. Der beantragte Brexit soll dann innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren vollzogen werden. Nun stehen allen Beteiligten komplizierte Verhandlungen bevor – und ein Poker um Milliardensummen und Berechtigungen.

Seit Mittwoch ist es offiziell: Mittags traf die EU-Austrittserklärung aus London in Brüssel ein. Die von der britischen Premierministerin Theresa May unterzeichnete ‘Scheidung’ von der Europäischen Union leitet komplizierte Verhandlungen ein.

Zwei Jahre bleiben den Beteiligten jetzt, um die Verhandlungen um Gelder, Rechte und Bedingungen zu klären und den Brexit abzuschließen.

Komplizierte Debatten um den Austritt

Wie sich die Situation nach dem Brexit für Großbritannien gestaltet, muss in den Austrittsverhandlungen der nächsten zwei Jahren entschieden werden. Experten halten dies für eine knapp bemessene Zeitspanne und einen bürokratischen Großeinsatz.

Der frühere Top-Diplomat Simon Fraser sieht die Schwierigkeiten nicht nur im eigentlichen Artikel 50 des Lissabon-Vertrags, der einen Austritt regelt, sondern in der weiteren Zusammenarbeit mit Europa und der Zukunft der Briten. Allein die Kosten dürften zum Streitpunkt werden. David Davies kümmert sich als Brexit-Minister um den Austritt und kann noch keine Zahlen benennen. Er erwartet eine große Summe, von 40 bis 60 Milliarden Euro war bereits die Rede, die an die Europäische Union gezahlt werden muss.

Im Gegenzug sollen die Rechte Großbritanniens, wie die Anteile an EU-Einrichtungen und die Verrechnung mit Pensionsansprüchen, gewahrt werden.

Verhandlungen und Handel

In Großbritannien geltendes EU-Recht muss nun grundlegend überarbeitet werden, viele Fragen bleiben noch offen. Was aus den Millionen dort lebenden EU-Bürgern wird, den ausländischen Arbeitskräften, die ins Land kommen sollen oder den Briten im Rest der EU, ist noch weitestgehend ungeklärt.

Eine der wichtigsten Fragen wird jedoch die weiteren Handelsbeziehungen nach dem Brexit betreffen. Laut Charles Grant, dem Direktor des Zentrums für Europäische Reformen, droht ein Riesenapparat von Verhandlungen.

Solide wirtschaftliche Beziehungen funktionieren nur, wenn alle Beteiligten mit dem Ausgang einverstanden sind. Diesen Marathon in zwei Jahren zu bewältigen, hält er kaum für machbar. May kündigte im Januar an, einen harten Brexit anzustreben, der auch den EU-Binnenmarkt betrifft.

Gleichzeitig wolle sie die guten Beziehungen zu alten und neuen Partnern bewahren. Wie das alles zusammenpasst, in einem Land, das mehr als 40 Prozent der Exporte in die EU verkauft, werden die nächsten zwei Jahre zeigen müssen.

Quellen: Tagesschau.de, Welt.de, Zeit.de

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